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AGVP kritisiert deutsches Verständnis von Pflege

Der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) hat Deutschlands Verständnis von Pflegequalität kritisiert. Anlass ist die Europawahl.

„Unsere EU-weit tätigen Mitglieder bestätigen immer wieder: Deutschlands Pflegeverständnis löst international Kopfschütteln aus", sagt AGVP-Präsident Thomas Greiner. Foto: Michael Iden

„Unsere EU-weit tätigen Mitglieder bestätigen immer wieder: Deutschlands Pflegeverständnis löst international Kopfschütteln aus“, sagt AGVP-Präsident Thomas Greiner. „Wohnstandards und Expertise beeindrucken, doch kleinteilige Personalvorgaben und Dokumentationspflichten irritieren. Das entmutigt die engagierten Pflegefachkräfte und lenkt vom Wesentlichen ab: dem Wohlbefinden und medizinisch-pflegerischen Zustand der Pflegebedürftigen.“

Dazu habe der deutsche Kontrollwahn dem Ansehen der Pflegeberufe geschadet und das Bild von Pflegekräften als Befehlsempfänger zementiert, so Greiner. „Mythen über schlechte Bezahlung halten sich hartnäckig, der Beruf wird schlecht geredet, obwohl unser Pflegepersonal gut ausgebildet ist und angemessen entlohnt wird. In anderen Ländern ist es selbstverständlich, dass Einrichtungen und Pflegepersonal die Pflege vor Ort gestalten und weiterentwickeln. Das schafft Selbstbewusstsein.“

Qualität solle am Wohl der Pflegebedürftigen gemessen werden, nicht an Quoten oder Formularen. Den Pflegekräften und Einrichtungen mehr Spielraum für eigenverantwortliches Handeln geben – so könne Deutschland eine Vorreiterrolle in der europäischen Altenpflege einnehmen., erklärt der AGVP-Chef.