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Kein Ende des Kostenanstiegs in Pflegeheimen in Sicht
Pflegebedürftige zahlen immer mehr: Der Eigenanteil für einen Heimplatz steigt erneut. Minister Lauterbach (SPD) fordert eine Deckelung, doch Experten schlagen Alarm und sehen die Demokratie in Gefahr.
Pflegeheimbewohner müssen erneut höhere Eigenanteile zahlen. Eine Auswertung des Verbandes der Ersatzkassen (vdek) zeigt, dass die Kosten im ersten Jahr des Heimaufenthalts bundesweit auf durchschnittlich 2.984 Euro gestiegen sind – ein Plus von fast 300 Euro im Vergleich zum Vorjahr. Regional gibt es deutliche Unterschiede: In Bremen sind die Kosten mit 3.456 Euro am höchsten, in Sachsen-Anhalt mit 2.443 Euro am niedrigsten.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) fordert eine Deckelung des Eigenanteils bei 1.000 Euro: „Pflege darf kein Armutsrisiko werden“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Der vdek sieht in den steigenden Kosten einen „ständigen Aufwärtstrend“, den weder Zuschläge noch die jüngste Erhöhung der Pflegeleistungen bremsen konnten. Kritik kam auch von der Deutschen Stiftung Patientenschutz: „Die Ampel-Koalition blieb bei einer generationengerechten Pflegereform untätig“, sagte Vorstand Eugen Brysch der dpa.
Das Deutsche Rote Kreuz warnt davor, dass Pflege zunehmend zur Armutsfalle wird. „Die hohen Eigenbeteiligungen stellen viele Menschen vor enorme finanzielle Herausforderungen“, erklärte DRK-Wohlfahrtspflege-Leiter Joß Steinke. Die Pflegeversicherung müsse den Großteil der Kosten übernehmen und nicht umgekehrt.
Der vdek fordert die Länder auf, sich stärker an den Kosten für Bau und Unterhaltung der Heime zu beteiligen. Eine vollständige Übernahme würde die Pflegebedürftigen um durchschnittlich 498 Euro im Monat entlasten.
Die Vorstandsvorsitzende des Kuratoriums Deutsche Altershilfe, Dr. Alexia Zurkuhlen, sieht in den immer weiter steigenden Kosten eine Gefahr für den sozialen Zusammenhalt und die Demokratie.
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