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Experten wollen Pflegeversicherung radikal reformieren
Die Pflegeversicherung rutscht trotz steigender Beiträge weiter ins Defizit. Die Initiative Pro-Pflegereform hat ein Gutachten vorgelegt, das das System komplett umkrempeln will.
Der Pflegeversicherung geht das Geld aus
Nach Angaben des GKV-Spitzenverbandes fehlen im Jahr 2025 rund 500 Millionen Euro. „Der Pflege steht das Wasser bis zum Hals“, warnte Verbandschefin Doris Pfeiffer am Freitag. Eine Pflegekasse musste bereits Finanzhilfen beantragen. Weitere Pflegekassen könnten kurzfristig Hilfe brauchen, so Pfeiffer.
Ein neues Gutachten zur „Alternativen Ausgestaltung der Pflegeversicherung“ legt nun den Grundstein für eine umfassende Reform. Die von mehr als 120 Pflegeunternehmen und 60 Verbänden getragene Initiative Pro-Pflegereform stellte die Ergebnisse in Berlin vor. Der Bremer Pflegeexperte Prof. Dr. Heinz Rothgang hat darin ein Konzept für eine sektorenfreie Pflegeversicherung mit begrenzten Eigenanteilen entwickelt.
Blaupause für große Pflegereform der Bundesregierung
„Die zukünftigen Koalitionäre versprechen eine große Pflegereform. Und wir liefern heute die Blaupause dafür“, erklärt Bernhard Schneider, Sprecher der Initiative und Hauptgeschäftsführer der Evangelischen Heimstiftung.
Das 100-seitige Konzept sieht eine Finanz- und Strukturreform vor, die ambulante und stationäre Pflege zusammenführt. Die Pflegeversicherung soll zu einer Vollversicherung weiterentwickelt werden. Bis 2030 sind drei Reformstufen geplant: Bereits 2026 sollen die Eigenanteile in Pflegeheimen begrenzt werden. 2028 folgen Reformen für die häusliche Pflege, darunter ein neues Pflegegeld und ein Case-Management-Modell. Ab 2030 sollen bürokratische Hürden durch eine sektorenfreie Pflege endgültig abgebaut werden.
Passend dazu: Pflegepolitische Themen sind Teil des Messekongresses auf der Leitmesse ALTENPFLEGE 2025 in Nürnberg vom 8. bis 10. April. Infos und Anmeldung…
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