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Schlafstörungen bei Demenz: Was wirklich hilft
Bewohner:innen mit Demenz schlafen häufig schlecht. Das beeinträchtigt die Tagesstruktur, stresst Angehörige und Pflege-Teams. In der Juni-Ausgabe der ALTENPGLEGE beleuchten wir eine Studie, die erstmals untersuchte, ob und welche schlaffördernden Interventionen Abhilfe schaffen könnten.
Stressfaktor – Schlaflosigkeit
Annähernd jede/r vierte Bewohner:in mit Demenz kann nicht gut schlafen, wacht häufig auf oder bleibt lange wach. Zwar schlafen Menschen im Alter generell schlechter als in jüngeren Jahren. Doch die Demenz bringt zusätzliche Einschränkungen mit sich, da die Sensibilität für Störfaktoren viel höher ist.
Die Folgen schlechter Nächte und fehlenden Schlafs sind müde Bewohner:innen, die zu viele Tagesschläfchen machen. Sie bewegen sich dadurch weniger, stürzen häufiger, trinken weniger und nehmen seltener an Aktivitäten teil. Pflegende werden dadurch gestresst, weil sie während ihrer Nachtwache Hilfe suchende Menschen betreuen müssen, worauf die Personalausstattung nicht ausgerichtet ist.
Fehlende Konzepte
Ein einfaches Rezept für die Schlafprobleme von Bewohner:innen mit Demenz – und auch ohne – gibt es nicht. Nur wenige Häuser verfügen über Konzepte, die den Schlaf adressieren. Die meisten Pflegenden bestätigen, dass es wichtig ist, über die Schlafgewohnheiten und spezifische Schlafprobleme informiert zu sein und diese auch mit Assessmentinstrumenten zu erfassen. Dennoch zeigen die Daten, dass nur wenige Pflegende den Schlaf überhaupt dokumentieren und dass Informationen über Schlaf überwiegend aus eigenen Beobachtungen resultieren.
Variierende Ursachen
Die Ursachen von Schlafproblemen sind oft multifaktoriell. Einige davon lesen Sie hier:
– soziale und emotionale Ursachen wie neue Lebensumstände
– weniger positive Lebensereignisse
– weniger sinnvolle und erfüllende Aufgaben & Verluste
Studie MoNoPolSleep
Aus der Forschungsliteratur können grundlegende Interventionsansätze abgeleitet werden, die einen positiven Einfluss auf Schlaf haben. Es zeigt sich, dass Interventionen, die mehrere Komponenten haben, also unterschiedliche Ursachen adressieren, die größte Chance haben zu wirken. Ob und in welcher Zusammenstellung diese Komponenten am besten wirken, konnte bisher nicht eindeutig festgestellt werden. Diese Wissenslücke war der Anlass für die Studie MoNoPolSleep, in der eine multi-modale Intervention daraufhin entwickelt und getestet wurde, ob sie den Schlaf der Bewohner:innen verbessern kann.
Für die Studie wurden gemeinsam mit Vertreter:innen von Altenpflegehilfeeinrichtungen verschiedene Interventionsbausteine entwickelt. Grundlage hierfür waren die aktuelle Forschungsliteratur, aber auch Befragungen von Pflegenden sowie Beobachtungen in Nachtschichten. Die MoNoPol-Sleep-Verantwortlichen führten ihre Interventionsbausteine in zwölf Einrichtungen ein. Zwölf weitere Einrichtungen dienten als Kontrollgruppe ohne Intervention.
Das Ergebnis
In beiden Gruppen ging die Anzahl der Bewohner:innen mit mindestens zwei Schlafproblemen zurück. Allerdings war der Rückgang in den Einrichtungen mit der eingeführten Intervention stärker als in den Kontrolleinrichtungen.
Das heißt: gezielte Interventionen reduzieren den Anteil von Menschen mit Demenz, die an mindestens zwei Schlafproblemen leiden, um 24,5 Prozent (Schätzwert mit größerer Streuung). Die Studie zeigt also, dass es sinnvoll ist, nach Ursachen für Schlafprobleme zu suchen und individuelle Maßnahmen(pakete) für Bewohner:innen anzubieten. So werden die Nächte für alle erholsamer.
Wie Ursachen von Schlafstörungen besser identifiziert werden können, welchem Aufbau die Studie folgt und warum die Ergebnisse besonders für Pflegeeinrichtungen relevant sind, lesen Sie in der Juni-Ausgabe der ALTENPFLEGE oder unter https://www.altenpflege-online.net/epaper/
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