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Immer wieder ziehen jüngere Menschen ins Pflegeheim – mit anderen Krankheiten, Erwartungen und Lebensrhythmen. Die stationäre Langzeitpflege steht hier vor neuen Herausforderungen.
Jüngere Personen haben eine andere Lebensqualität
Personen verschiedener Altersgruppen haben unterschiedliche Bedürfnisse – Pflegeeinrichtungen sind daher gefordert, diese zu erkennen und auf spezifische Lebensumstände zu reagieren. Ein besonderer Unterschied: jüngere pflegebedürftige Menschen haben häufig andere Lebensweisen, Interessen und Erwartungen als ältere Bewohner:innen. Durch diese Unterschiede sind Pflegeeinrichtungen gefordert, Konzepte zu entwickeln, die den speziellen Bedürfnissen jüngerer Pflegebedürftiger gerecht werden.
Das zeigt die Praxis
In eine neu eröffnete Einrichtung der stationären Langzeitpflege sind bereits einige Bewohner:innenn eingezogen, davon zwei Personen zwischen 45 und 60 Jahren. Die Pflegepersonen und Betreuer:innen/Sozialer Dienst haben viele kreative Ideen entwickelt. Alle sind sehr begeistert von diesen Angeboten – nur die jungen Bewohner:innen nicht. So zeigt sich ein Konflikt bei der Betreuung.
Grundsätzlich müssen alle Bewohner:innen nach ihren individuellen Bedürfnissen gepflegt werden. Diese variieren allerdings zwischen den Altersgruppen. Zusätzlich haben jüngere Pflegebedürftige oft andere Krankheitsbilder, wie zum Beispiel Multiple Sklerose oder psychiatrische Erkrankungen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Pflegepersonen und Ärzt:innen ist daher wichtig, um die bestmögliche Versorgung zu gewährleisten.
So kann unterstützt werden
Digitale Gesundheitstechnologien und Telemedizin können jüngeren Pflegebedürftigen helfen, den Kontakt zu Fachärzt:innen aufrechtzuerhalten und an Therapiefortschritten teilzunehmen, ohne persönlich anwesend sein zu müssen. Auch ziehen jüngere Pflegebedürftige meist mit ihrem Smartphone, Tablet oder Laptop in die Einrichtung ein. Gerade bei Beschäftigungsangeboten darf daher akzeptiert werden, dass die Bewohner:innen sich lieber mit der digitalen Welt beschäftigen als mit der realen Welt.
Was wirklich hilfreich ist
Jüngere pflegebedürftige Menschen haben oft andere Hobbys, Freizeitbeschäftigungen und Vorstellungen von Ihrem Leben als ältere. Deshalb ist es wichtig, in der Einrichtung ein breites Angebot von Aktivitäten zu schaffen, die auf diese unterschiedlichen Bedürfnisse abgestimmt sind, wie zum Beispiel:
- Kulturelle und soziale Veranstaltungen, wie Kinoabende, Konzerte oder Ausflüge.
- Sport- und Bewegungsangebote, wie Fitness- oder Gerätesport, aber auch Yoga, Tai-Chi oder Q-Gong.
- Schaffung von Begegnungsräumen mit Gleichaltrigen. Das kann helfen, gemeinsame Interessen zu entdecken und sich sozial zu vernetzen.
Weitere Herausforderungen im Umgang mit jüngeren Pflegebedürftigen, zusätzliche Praxisbeispiele und hilfreiche Maßnahmen, lesen Sie in der Rubrik Qualität und Praxis der aktuellen Juni-Ausgabe unter https://www.altenpflege-online.net/epaper/
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