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Wichtiger denn je – mentale Gesundheit in der Altenpflege

Der aktuelle DAK-Psychreport zeigt auf, dass die durch psychische Erkrankungen bedingten Fehltage zugenommen haben. Ein Ergebnis, das zu denken gibt: Beschäftigte in der Altenpflege belegen wieder den zweiten Platz. Gesundheitsmanager und Resilienztrainer Maximilian Nest beleuchtet in der aktuellen Juni-Ausgabe der Zeitschrift Altenpflege Herausforderungen und Maßnahmen, die mit Defiziten mentaler Gesundheit einhergehen.

Foto: Adobe Stock/Gina Sanders

Altenpflegebranche stark betroffen

Wie bereits in den Vorjahren sind auch in diesem Jahr psychische Erkrankungen die dritthäufigste Ursache für krankheitsbedingte Fehltage. Dabei belegen affektive Störungen, wie zum Beispiel Depressionen, Platz eins der Krankschreibungsgründe. Mit 573 Fehltagen je 100 Versicherte sind Beschäftigte in der Altenpflege die zweit stärkste betroffene Branche. Die Summe der Fehltage steigt zwar nur in geringem Maße im Vergleich zum Vorjahr, weist aber einen um 68 Prozent höheren Wert als der Durchschnitt auf.

Stress verursacht Langzeitfolgen

Der Zusammenhang zwischen Dauerstress und psychischen Erkrankungen ist belegt. Bereits 2016 konnte in einer Studie der TK nachgewiesen werden, dass die Arbeit als stärkster Auslöser für Stress angesehen wird. Wenn Stress langfristig ist, macht er uns krank. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und auch psychische Erkrankungen werden dadurch begünstigt und können langfristig sogar zu Burnout oder einer Depression führen.

Kennzahlen bieten Orientierung  

Im Kontext des betrieblichen Gesundheitsmanagements stellt sich nun die Frage, wie das Thema „mentale Gesundheit“ zu platzieren ist. Wenn es um die Konzeption eigener Gesundheitsmaßnahmen geht, ist es sinnvoll, unternehmenseigene Kennzahlen zu nutzen. Mit der Kennzahl der häufigsten Krankschreibungsgründe kann herausgefunden werden, ob es vermehrt zu Krankschreibungen durch psychische Erkrankungen kommt und wie spezifisch das Thema mentale Gesundheit aufgegriffen werden sollte.

Maßnahmen zur Unterstützung mentaler Gesundheit

Zu Beginn bieten sich Gesundheitstage an, die das Thema mentale Gesundheit im Zusammenhang mit Stress oder auch Resilienz aufgreifen. Um das eigene Stressverhalten zu evaluieren, können Stresstests umgesetzt und anschließend besprochen werden. Zielführend ist es, die Teilnehmenden in der Erkennung eigener Ressourcen zu stärken und im Austausch zu erarbeiten, was ihnen hilft, Stress im Alltag abzubauen. Ein Team, das gut zusammenarbeitet und gute Bindungen untereinander aufweist, ist weniger anfällig für Stress.

Unbestritten ist, dass die Behandlung von psychischen Erkrankungen in die Hände von Fachpersonal gehört. Der betriebliche Kontext ermöglicht präventive Maßnahmen und die Unterstützung von Mitarbeitenden, bietet aber keine Therapie.

Weitere Tipps im Umgang mit Kennzahlen, betrieblichen Maßnahmen und nachhaltigen Lösungen gibt Maximilian Nest in der Rubrik Wissenschaft und Forschung der Fachzeitschrift Altenpflege. Dort und unter https://www.altenpflege-online.net/epaper/ finden Sie den gesamten Artikel zum Thema mentale Gesundheit.