News
Pflege im TI-Koma – Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung
Zum 1. Juli sollten alle Pflegeeinrichtungen an die Telematik-Infrastruktur (TI) angebunden sein. Schon jetzt steht fest: Ziel verfehlt. Der Weg zur vollständigen Anbindung bleibt steinig. In der Juli-Ausgabe der Zeitschrift Altenpflege gibt Prof. Dr. Dietmar Wolff seine Einschätzung zu unserem Schwerpunktthema.
Dass zum 01. Juli alle Pflegeeinrichtungen ihrer gesetzlichen Verpflichtung zum Anschluss an die Telematik-Infrastruktur nachgekommen sein werden, ist nicht mehr möglich.
Stand April 2025: Von den 31491 antragsberechtigten und anschlusspflichtigen Pflegeeinrichtungen haben lediglich 13861 den ersten Schritt gewagt und eine Institutionskarte (SMC-B) beantragt. Allerdings bedeutet der SMC-B-Antrag ja noch keinen TI-Anschluss. Auch der Unterschied zwischen den Bundesländern ist erheblich. Hamburg führt mit 52,5 Prozent, Thüringen bildet mit 35 Prozent das Schlusslicht. Woran liegt es jetzt, dass der Stichtag 01. Juli 2025 gerissen wurde? Die Gründe sind vielfältig.
Chance und Herausforderung zugleich
Herausforderungen:
- Fehlende Ressourcen, komplexe Auswahlprozesse und unklare Kompatibilität mit bestehender Software erschweren die TI-Anbindung.
- Schlechte Erfahrungen mit Ärzten, Kliniken und Apotheken, die in Teilen eine Verweigerungs- oder zumindest Verzögerungshaltung an den Tag legen, in Verbindung mit Mundpropaganda und negativer Presse zur TI.
- Der Weg der Anbindung wird von vielen Pflegeeinrichtungen als aufwändig, bürokratisch und intransparent beschrieben.
Chancen
- Die Chance zu einer extrem sicheren und aufgrund ihrer Asynchronität und digitalen Durchführung erheblich effizienteren Kommunikation mit anderen Leistungserbringern per KIM.
- Die Möglichkeit einer vollständig digitalen Leistungsdokumentation und -abrechnung in der ambulanten Pflege.
- Die Nutzung einer datenschutzkonformen Kommunikation intern aber auch mit den Kunden per TI-Messenger.
Status Quo
- Noch immer sehen viele Einrichtungen nicht den Nutzen der TI oder kämpfen mit der Umsetzung. Externe Unterstützung ist unerlässlich.
- Pflegeeinrichtungen müssen ihre IT-Systeme analysieren, Prozesse optimieren und diese in aktueller Pflegesoftware abbilden.
- Die Mitarbeitenden sind entscheidend für den TI-Erfolg. Nach Aufbau der Infrastruktur und Beschaffung aller Karten sind umfassende Schulungen nötig.
Mehr über die Hürden und Erfolgsfaktoren auf dem Weg zur Telematik-Infrastruktur lesen Sie im Schwerpunktthema der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Altenpflege, unter https://www.altenpflege-online.net/epaper/
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Sie haben noch kein Konto?
Jetzt registrieren