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Queeres Altern – Pflege braucht Wissen, Haltung und sichere Räume

Viele queere Menschen haben ihr Leben lang Diskriminierung erlebt – durch Familie, Gesellschaft oder Institutionen. Im Alter, insbesondere beim Einzug in eine Pflegeeinrichtung, können diese Erfahrungen erneut aufbrechen. Um Sichtbarkeit zu schaffen beleuchten wir dieses Thema in der Augustausgabe der Zeitschrift Altenpflege.

Foto: Adobe Stock/Andrey Popov

Die Angst, sich nicht offen zeigen zu dürfen, ist bei vielen groß.
Queersensible Pflegekonzepte setzen genau hier an. Sie schaffen Räume, in denen sich Menschen mit queerer Biografie sicher fühlen und nicht erneut in Unsichtbarkeit gedrängt werden. Denn Pflege bedeutet mehr als nur Versorgung – sie bedeutet auch Respekt vor individuellen Lebenswegen.

Sexualität und Nähe im Alter

Interviews zeigen, dass körperliche und emotionale Nähe auch im Alter bedeutsam bleiben. Queere Seniorinnen und Senioren wünschen sich Akzeptanz und Unterstützung ohne Stigmatisierung. Angebote wie Körpertherapie oder Sexualbegleitung sollten offen kommuniziert und zugänglich sein. Offenheit der Pflegekräfte für unterschiedliche Lebensentwürfe wie gleichgeschlechtliche Partnerschaften schafft Vertrauen und stärkt die Lebensqualität.

Strukturelle Veränderungen nötig

Queersensible Pflege beginnt bei der Haltung des Personals und setzt Fortbildungen zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt voraus. Sichtbare Zeichen wie inklusiv gestaltete Formulare oder Zertifizierungen geben Sicherheit. Politisch sind verpflichtende Module in allen Pflegeausbildungen, verbindliche Antidiskriminierungsrichtlinien und die Integration in Qualitätsprüfungen erforderlich. Kooperationen mit spezialisierten Trägern wie der „vielfältig. GmbH“ in Bremen helfen, Konzepte nachhaltig umzusetzen. Pflege darf nicht neutral sein, sondern muss parteilich für marginalisierte Gruppen eintreten. Ziel ist eine Pflegepraxis, in der queere Biografien selbstverständlich anerkannt werden und echte Teilhabe im Alter möglich ist.

Der Neunte Altersbericht der Bundesregierung unterstreicht: Sichtbarkeit, Sicherheit und Teilhabe sind auch im Alter grundlegende Rechte.
Pflegeeinrichtungen, die queersensible Konzepte aktiv umsetzen, schaffen echte Lebensqualität – nicht als Zusatz, sondern als Standard für eine vielfältige Gesellschaft.

Weitere Informationen und Impulse finden Sie im aktuellen „Schwerpunkt“ der Fachzeitschrift Altenpflege (08/2025) oder unter https://www.altenpflege-online.net/epaper/