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Expertenstandard Kontinenz: Praxis und Prüfblick
In der „Altenpflege“ (09/2025) erläutern Prof. Dr. rer. medic. Daniela Hayder-Beichel und Moritz Krebs den aktualisierten Expertenstandard zur Kontinenzförderung. Im Mittelpunkt stehen die stärkere Berücksichtigung der Stuhlinkontinenz sowie die Rolle von Audits, mit denen Einrichtungen ihre Arbeit überprüfen und verbessern können.
Stuhlinkontinenz im Fokus
Die Aktualisierung des Expertenstandards ist ein wichtiger Schritt, denn die Stuhlinkontinenz wurde lange Zeit weniger beachtet als die Harninkontinenz. Dabei sind die Folgen für Betroffene gravierend: Einschränkungen der Lebensqualität, soziale Isolation und eine erhöhte Anfälligkeit für Komplikationen wie Hautschäden oder Infektionen. Der neue Standard betont daher die Notwendigkeit einer frühzeitigen Erfassung von Symptomen.
Pflegefachkräfte sollen systematisch vorgehen. Dazu gehören Anamnese, individuelle Einschätzung, Beratung der Betroffenen und ein abgestimmtes Management. Ziel ist eine passgenaue Versorgung, die Lebensqualität erhält und Folgeprobleme vermeidet. Kontinenzförderung ist keine rein ärztliche Aufgabe, sondern verlangt Kompetenz, Sensibilität und Professionalität in der Pflege.
Ein weiteres Element der Aktualisierung sind neue Instrumente wie sogenannte „Yellow- und Red-Flags“. Sie helfen dabei, Risiken und Probleme schneller zu erkennen und angemessen zu reagieren. Damit wird der Standard praxisnäher und unterstützt Pflegekräfte unmittelbar in ihrer täglichen Arbeit.
Audits als Prüf- und Lerninstrument
Neben fachlichen Inhalten betont der Standard auch die Bedeutung einer strukturierten Qualitätssicherung. Audits gelten dabei als zentrales Instrument. Einrichtungen können damit überprüfen, ob der Standard tatsächlich im Alltag umgesetzt wird.
Dabei geht es nicht nur um Kontrolle, sondern vor allem um Lernen. Audits regen Teams an, ihre Arbeit kritisch zu reflektieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Sie fördern Transparenz, stärken Verantwortungsbewusstsein und unterstützen die gezielte Weiterentwicklung von Prozessen. Richtig eingesetzt, sind sie ein Werkzeug zur Qualitätssicherung, das Mitarbeitende einbindet und motiviert.
Mit der Aktualisierung rückt die Stuhlinkontinenz stärker ins Blickfeld der Pflege. Ergänzend werden Audits als Instrument beschrieben, mit dem Einrichtungen ihre Umsetzung prüfen und weiterentwickeln können. Beide Ansätze sollen dazu beitragen, Pflegepraxis und Qualitätssicherung enger miteinander zu verbinden. Für Pflegefachkräfte, Leitungspersonen und Qualitätsmanager:innen bedeutet dies die Chance, Pflegequalität nicht nur zu sichern, sondern kontinuierlich zu verbessern.
Weitere Informationen zur Diskussion finden Sie im aktuellen „Schwerpunkt“ der Fachzeitschrift Altenpflege (09/2025). https://www.altenpflege-online.net/epaper/
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