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Ansprache von Bewohner:innen: Pro und Contra im Fokus
Die richtige Ansprache von Bewohner:innen ist ein wichtiges Thema im Pflegealltag. Du oder Sie, Vorname oder Kosename – es geht um Würde, Orientierung und Professionalität. In der Oktoberausgabe des Magazins Altenpflege stellen Christian Löbel und Sandra Mantz ihre unterschiedlichen Sichtweisen vor.
Pro-Position
Christian Löbel, Wohnbereichsleitung im Julie-Kolb-Seniorenzentrum des AWO Bezirksverbandes Westliches Westfalen e. V., spricht sich für einheitliche Regeln aus. Er berichtet, dass Mitarbeitende im Umgang mit Menschen mit Demenz oft spontan zum Du oder zu Kosenamen greifen. Dies könne entwürdigend wirken. Löbel plädiert für eine Hierarchie des Duzens, beginnend mit der formellen Ansprache, über den Vornamen bis hin zu situativem Duzen während der Versorgung. Wichtig sei, nach Ende der Pflegesituation wieder zum Sie zurückzukehren. Verbindliche Vorgaben schaffen seiner Ansicht nach Orientierung für alle Beteiligten und verhindern Unsicherheiten.
Contra-Position und Umfrage
Sandra Mantz, Gesprächstherapeutin und Autorin für salutogene Sprach- und Dialogkompetenz, setzt auf die professionelle Kompetenz der Pflegekräfte. Für sie ist der bewusste Umgang mit Nähe und Distanz Teil der Fachlichkeit. Starre Regeln hält sie für überflüssig. In einer nicht repräsentativen Umfrage des Magazins gaben 76 Prozent der Teilnehmenden an, dass in ihrem Haus klare Regeln zur Ansprache gelten. 24 Prozent verneinten dies.
Empfehlungen
Einigkeit besteht darin, dass orientierte Bewohner:innen grundsätzlich mit Sie angesprochen werden sollten. Wünschen sie ausdrücklich das Du, empfiehlt sich eine schriftliche Vereinbarung. Kosenamen wie Schätzchen oder Mäuschen gelten als unangebracht. Unterschiedliche Anreden durch verschiedene Mitarbeitende sollen vermieden werden, um Verwirrung und Hierarchieprobleme zu verhindern. Schriftlich fixierte Regelungen erhöhen Transparenz und Professionalität. Die Diskussion zeigt, dass Sprache in der Pflege mehr ist als ein Stilmittel – sie ist Ausdruck von Respekt und Teil des Qualitätsverständnisses.
Weitere Informationen zur Diskussion finden Sie im aktuellen „Pro und Contra“ der Fachzeitschrift Altenpflege (10/2025). https://www.altenpflege-online.net/epaper/
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