News
Gewaltprävention und Bewegung im Pflegealltag
In der Oktoberausgabe des Magazins Altenpflege stellt Christine Breyer zwei richtungsweisende Konzepte der compassio Gruppe vor. Beide Projekte zeigen, wie Pflegeeinrichtungen durch gezielte Prävention und Förderung die Lebensqualität von Bewohner:innen und die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeitenden verbessern können.
Hinschauen statt wegsehen
Gewalt in der Pflege kann viele Formen annehmen: körperlich, psychisch, verbal, sexuell oder strukturell. Sie zeigt sich etwa in verletzender Sprache, fehlender Einbindung in Entscheidungen oder in einer vorschnellen Gabe von Psychopharmaka. Um solche Situationen frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden, setzt Compassio auf ein Konzept der Gewaltprävention mit klaren Zuständigkeiten und einer Kultur des Vertrauens.
In der Seniorenresidenz Schwerin wird das Konzept seit Frühjahr 2025 erprobt. Präventionsbeauftragte übernehmen dabei eine zentrale Rolle. Sie sind Ansprechpersonen für Kolleg:innen, unterstützen in schwierigen Situationen und fördern eine offene Kommunikation im Team. Wichtig sind Empathie, Kommunikationsstärke und Zuverlässigkeit. Ein begleitendes Schulungsprogramm vermittelt Grundlagen zu Gewaltprävention, Gesprächsführung und Deeskalation.
Auch Führungskräfte sind eingebunden. Sie sollen Belastungen früh erkennen, sie offen ansprechen und regelmäßige Reflexionsrunden ermöglichen. Der „Runde Tisch“ dient als Forum für gemeinsame Lösungen und stärkt den Zusammenhalt im Team. Bis Mitte 2026 sollen alle compassio Einrichtungen Präventionsbeauftragte benennen und schulen. Gewaltprävention wird damit als fester Bestandteil professioneller Pflege verankert.
Bewegung mit Mehrwert
Neben Gewaltprävention setzt Compassio auf Bewegungsförderung. Das Projekt „die bewegte compassio“ basiert auf einer Kooperation mit der G-WEG GmbH. Im Zentrum steht eine sechs Meter lange Gangmatte mit 98 Übungskarten, die Bewegungs-, Gedächtnis- und Koordinationsübungen ermöglicht.
Der Ansatz verbindet therapeutisch fundierte Bewegung mit alltagsnahen Impulsen. Er wirkt präventiv, ressourcenorientiert und entlastet Pflegekräfte. Schulungen mit Rollenspielen, Fallbeispielen und Diskussionen bereiten die Teams auf den Einsatz vor. Ziel ist, Mobilität zu fördern, Sturzrisiken zu senken und die Selbstständigkeit der Bewohner:innen zu stärken.
Pflegewissenschaftlich ist das Konzept in den Versorgungsprozess integrierbar. Im Strukturmodell SIS® kann es als Maßnahme im Fokusfeld „Mobilität und Bewegung“ dokumentiert werden. Zudem unterstützt es den Expertenstandard „Erhaltung und Förderung der Mobilität“.
Stärkung von Pflege und Bewohner:innen
Beide Projekte verfolgen ein gemeinsames Ziel: die Qualität der Pflege zu verbessern, Mitarbeitende zu entlasten und die Lebensqualität der Bewohner:innen zu erhöhen. Gewaltprävention schafft Sicherheit und Vertrauen im Team, Bewegungsförderung stärkt Gesundheit, Selbstvertrauen und Teilhabe. Damit setzt Compassio ein deutliches Zeichen für eine Pflegepraxis, die auf Verantwortung, Achtsamkeit und Respekt baut.
Weitere Informationen zur Diskussion finden Sie im aktuellen „Schwerpunkt“ der Fachzeitschrift Altenpflege (10/2025). https://www.altenpflege-online.net/epaper/
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Sie haben noch kein Konto?
Jetzt registrieren