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Psychiatrische Notfälle sicher bewältigen

Psychiatrische Krisen erfordern in der Altenpflege klares, besonnenes Handeln. Deeskalation, Empathie und feste Abläufe schützen Bewohner:innen und Mitarbeitende. Dr. med. Nikolas Berger erläutert in der aktuellen Ausgabe des Magazins Altenpflege, wie psychiatrische Notfälle früh erkannt und sicher bewältigt werden können.

Foto: Werner Krüper -

Psychiatrische Notfälle in Pflegeeinrichtungen entstehen oft schleichend. Frühzeitiges Erkennen von Warnsignalen wie sozialem Rückzug, Stimmungsschwankungen, veränderten Schlafmustern, Verwirrtheit oder Suizidgedanken kann Eskalationen verhindern. Pflegekräfte können Hilfsmittel wie die Nurses’ Global Assessment of Suicide Risk (NGASR) oder die Brøset-Gewalt-Checkliste (BVC-CH) nutzen, um Risiken systematisch einzuschätzen.

Deeskalation statt Einweisung
Nicht jede Krise erfordert eine ärztliche oder stationäre Behandlung. Vorrang haben nicht-medikamentöse Maßnahmen wie eine ruhige, respektvolle Gesprächsführung. Deeskalation gelingt, wenn Pflegekräfte aufmerksam zuhören und Sorgen ernst nehmen. Abwertende Bemerkungen oder moralisierende Kommentare verschärfen die Situation. Wichtig ist, von Beginn an Sicherheit zu gewährleisten und Kolleg:innen frühzeitig einzubeziehen. Regelmäßige Schulungen und Rollenspiele stärken Handlungssicherheit, besonders bei neuen Mitarbeitenden. Auch die Umgebung spielt eine Rolle: Weniger Reize, vertraute Musik oder Rückzugsmöglichkeiten können beruhigend wirken.

Grenzen kennen und sich selbst schützen
Pflegekräfte sollten stets professionell handeln und emotionale Distanz wahren. Ein klarer, bestimmter Auftritt auf Augenhöhe schützt vor Überforderung. Bei kognitiv eingeschränkten Bewohner:innen ist es wichtig, körperliche Ursachen wie Hunger, Schmerzen oder Orientierungslosigkeit zu berücksichtigen. Methoden wie die Validation nach Naomi Feil helfen, innere Unruhe zu lindern. Eine stationäre Einweisung bleibt notwendig, wenn akute Selbst- oder Fremdgefährdung, Suizidversuche oder plötzliche Verwirrtheit auftreten.

Psychiatrische Krisen fordern Fachwissen, Empathie und klare Abläufe. Nur wenn Pflegekräfte gut geschult, unterstützt und emotional entlastet werden, lässt sich der Alltag in Alten- und Pflegeheimen sicher gestalten.

Weitere Informationen zur Diskussion finden Sie im aktuellen „Qualität und Praxis“ der Fachzeitschrift Altenpflege (10/2025). https://www.altenpflege-online.net/epaper/