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Index: Pflegekräfte gesünder – aber weiter unter Druck
Zum ersten Mal seit Jahren zeigt sich ein positiver Trend: Pflegekräfte sind etwas gesünder und zufriedener, auch wenn Arbeitsbedingungen und Zufriedenheit mit der Arbeit weiter problematisch bleiben.
Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) und die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Bund haben zum vierten Mal den Berufsgesundheits-Index (BeGX) für Altenund Krankenpflege vorgelegt. Erstmals seit 2019 entwickelt sich dieser wieder positiv. Dazu trage auch wesentlich das Ende der pandemischen Lage bei, heißt es in einer BGW-Pressemitteilung.
Index aus vier Dimensionen
Der Berufsgesundheits-Index in der Altenpflege steige demnach um 4 Indexpunkte auf 94, in der Krankenpflege auf 86 Punkte (+9). Im Bericht wird die Entwicklung der sozioökonomischen Berufsgesundheit für den Zeitraum 2013 bis 2023 analysiert.
Er beinhaltet laut Mitteilung die neuesten verfügbaren Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). Der Index setzt sich demnach aus vier Dimensionen zusammen, die jeweils aus mehreren Indikatoren zur Berufsgesundheit bestehen. Das Basisjahr entspricht dem Wert 100, Verbesserungen sind durch steigende Index-Werte, Verschlechterungen durch sinkende Indexwerte gekennzeichnet.
Zufrieden mit dem Einkommen, aber weniger mit der Arbeit
Die Dimension „Ressourcen“ verbesserte sich dem Bericht zufolge im Jahr 2023 in beiden Berufsgruppen. In der Altenpflege sei der Wert auf 97 (+1), in der Krankenpflege auf 94 Indexpunkte (+4) gestiegen. Die Zufriedenheit mit dem Einkommen steige deutlich: In der Altenpflege von 114 auf 125, in der Krankenpflege von 101 auf 111 Indexpunkte. Schlechter stehe es um die Zufriedenheit mit der Arbeit: Der Wert sinke für die Altenpflege zum dritten Mal in Folge auf nun 86 (-6), in der Krankenpflege steige er minimal auf 98 (+1).
Für die Dimension „Arbeitsbedingungen“ seien die Werte in beiden Berufsgruppen gesunken: In der Altenpflege auf 119 (-4), in der Krankenpflege um 10 Punkte auf 102. Das sei vor allem bedingt durch die negative Entwicklung der Indikatoren „Wechselnde Arbeitszeiten“ und „Befristete Beschäftigung“. Der Wert für den Indikator „Überstunden“ falle in der Altenpflege ebenfalls, in der Krankenpflege steigt er.
Arbeits- und Erwerbsfähigkeit verbessern sich
Stark verbessert habe sich im Jahr 2023 die Dimension „Arbeits- und Erwerbsfähigkeit“. In beiden Berufsgruppen bleibe sie dennoch auf niedrigem Niveau. In der Altenpflege habe sich sich der Indexwert von 25 auf 68 Punkte verbessert, in der Krankenpflege von 7 auf 49 Punkte. Die Zahl der durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeitstage pro beschäftigter Person veränderte sich laut AOK-Statistik im Jahr 2023 nur leicht: In der Altenpflege sind es 33 Tage, was einem Indexwert von 72 entspricht.
In der Krankenpflege sei die Zahl im Jahresvergleich von 30 auf 29 Tage (Indexwert: 62) gefallen. Damit seien Beschäftigte im Pflegesektor weiterhin deutlich öfter arbeitsunfähig als andere Berufsgruppen, wo der Durchschnittswert 15,1 betrage.
Medien-Meinungsklima ist stark themenabhängig
In die Auswertung für die Dimension „Medien-Meinungsklima“ fließen der Meldung zufolge Nachrichten zum Berufsfeld im weiteren Sinne ein. Deshalb hänge der Wert nicht nur vom Berufsimage, sondern auch von aktuellen wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten ab. In der Altenpflege sei der der Indexwert 2023 um 24 auf 94 Punkte gesunken. Für Negativschlagzeilen hätten vor allem Berichte zur Pflegeversicherung, zum Fachkräftemangel und über Insolvenzen von Pflegeheimen gesorgt.
In der Krankenpflege habe der Wert mit 99 Indexpunkten 2 Punkte über dem Niveau von 2022 gelegen. Hier überwögen Berichte über die finanzielle Situation von Krankenhäusern und die künftige Versorgungsstruktur in Deutschland.
Passend dazu: Studie: Fachkräftemangel im Gesundheitswesen am größten
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