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GVP fördert Palliativkultur in Einrichtungen
Acht Beraterinnen verschiedener Träger berichten aus ihrem Arbeitsalltag mit der gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase. Sie zeigen, wie dieses Angebot Bewohner:innen, An und Zugehörige sowie Mitarbeitende unterstützt und an welchen Stellen es schwierig wird. Die Berichte entstanden zehn Jahre nach Einführung der gesetzlichen Grundlage. Die Autorinnen Dr. Gudrun Silberzahn-Jandt und Ursula Schnelle geben in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Altenpflege einen Einblick in das Thema.
GVP als Raum für Klarheit
Die GVP (Gesundheitliche Versorgungsplanung) eröffnet Gespräche über Wünsche, Sorgen und Fragen. Viele Bewohner:innen fühlen sich sicherer, wenn ihr Wille festgehalten ist. Beraterinnen beschreiben, dass sie dabei oft eine vermittelnde Rolle übernehmen. Besonders dann, wenn Menschen ihren Willen nicht mehr äußern können, hilft das gemeinsame Gespräch mit An und Zugehörigen. Ein Fallbeispiel zeigt, wie eine Bewohnerin nach einem GVP Gespräch bewusst auf eine weitere Behandlung verzichtete und später symptomgelindert in der Einrichtung verstarb. Die GVP ist ein fortlaufender Prozess. Wünsche können sich verändern, daher braucht es mehrere Gesprächsangebote.
GVP braucht Vernetzung
Für eine wirksame Umsetzung ist ein gutes Netzwerk wichtig. Beraterinnen stimmen sich mit Kliniken, Rettungsdiensten, Hausärzten, Apotheken, ambulanten Hospizdiensten und Palliativnetzwerken ab. Mitarbeitende sollten wissen, wann sie ein GVP Gespräch anregen können, etwa nach einer Krankenhausrückkehr oder bei einer schweren Diagnose. Notfallbögen erleichtern Notärzten das Handeln, da sie übersichtlich und klar sind. Die Vernetzung führt zu vorausschauender Planung und weniger ungewollten Klinikeinweisungen.
Palliativkultur und offene Punkte
Eine palliative Haltung in der Einrichtung stärkt die Umsetzung der GVP. Sie gibt Mitarbeitenden Orientierung und reduziert Konflikte mit An und Zugehörigen. Zugleich stoßen Beraterinnen an Grenzen. Viele Bewohner:innen sind kognitiv eingeschränkt. Hausärzte haben oft wenig Zeit für die Gespräche. Auch der geringe Stellenschlüssel belastet die Beratung. Für die Zukunft wünschen sich die Beraterinnen, dass GVP früher beginnt, zum Beispiel in ambulanter Pflege oder im betreuten Wohnen. Sie sehen GVP, Palliativkultur und Ethikberatung als unverzichtbare Einheit für eine gute Begleitung am Lebensende.
Weitere Informationen zur Diskussion finden Sie im aktuellen „Qualität und Praxis“ der Fachzeitschrift Altenpflege (12/2025). https://www.altenpflege-online.net/epaper/
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