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Neue Leitlinien stärken Schmerzmanagement in der Altenpflege

Die neuen fachlichen Empfehlungen der DEGAM und des DNQP geben der Schmerzversorgung in stationären Einrichtungen einen klaren Rahmen. Eine differenzierte Datenerhebung und eine schriftliche pflegediagnostische Einschätzung für Hausärzt:innen wären besonders hilfreich. Marzena Jura gibt in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Altenpflege einen Einblick.

Aktionstag gegen den Schmerz: Damit Schmerzen von Heimbewohnern adäquat behandelt werden können, müssen sie zunächst erkannt und ermittelt werden.Foto: Werner Krüper -

Präzises Schmerzassessment

Die Leitlinien fordern, bei vorliegenden Schmerzen stets eine strukturierte Einschätzung vorzunehmen. Erfasst werden sollen Schmerzintensität, Lokalisation, Qualität, Verlauf und Dauer. Bei Menschen mit kognitiven Einschränkungen kommen spezielle Beobachtungsinstrumente zum Einsatz. Alle relevanten Informationen sollen in der elektronischen Patientenakte hinterlegt werden. Daraus ergibt sich bei Bedarf ein interprofessioneller Behandlungsplan. Häufig zeigt sich, dass Bewohner:innen mehrere Schmerzmedikamente von unterschiedlichen Behandlern erhalten. Daher empfehlen die Leitlinien einen Medikationsreview. Pflegefachpersonen übernehmen dabei eine koordinierende Rolle und intervenieren, wenn Symptome auf mögliche Wechselwirkungen hinweisen.

Therapeutische Grundlagen

Der therapeutische Ansatz soll ein realistisches Ziel verfolgen und an alltagsrelevanten Funktionen anknüpfen wie besser schlafen zu können. Die Leitlinien betonen, dass kommunikativ keine katastrophisierenden Formulierungen genutzt werden sollen. Körperliche Aktivität bildet die Basis einer evidenzbasierten Therapie. Entscheidend ist, dass Bewegungsangebote dauerhaft in den Alltag integriert werden können.

Medikamentöse Therapie und Evaluation

Die Leitlinien empfehlen, medikamentöse Schmerztherapien grundsätzlich niedrig dosiert zu beginnen und individuell anzupassen. Pflegefachpersonen mit nachgewiesener Kompetenz im Schmerzmanagement können aufgrund ihrer Nähe zu den Bewohner:innen wichtige Hinweise für Therapieentscheidungen liefern. Bei der Auswahl geeigneter Arzneimittel sollen Quellen genutzt werden, die speziell ältere multimorbide Menschen berücksichtigen. Ergänzend sollen nicht medikamentöse Maßnahmen wie Wärme oder Kälte, musikbasierte Angebote, Tanz oder Aromatherapie eingesetzt werden. Hausärzt:innen sollen regelmäßig prüfen, ob eine kontinuierliche Schmerztherapie weiterhin notwendig ist. Die Grundlage dafür bildet die fortlaufende pflegerische Evaluation und die qualitätsgesicherte Weitergabe relevanter Beobachtungen.

Weitere Informationen zur Diskussion finden Sie im aktuellen „Fachwissen Kompakt“ der Fachzeitschrift Altenpflege (12/2025). https://www.altenpflege-online.net/epaper/