News

Debatte um Zivildienst in der stationären Altenpflege

In der Debatte um einen möglichen Zivildienst reloaded wird auch die stationäre Altenpflege als Einsatzfeld betrachtet. In der Februarausgabe des Fachmagazins Altenpflege diskutieren Jochen Gust und Rainer Hub unterschiedliche Perspektiven auf den früheren Zivildienst und seine Bedeutung für Pflegeeinrichtungen.

Der Zivildienst brachte viele junge Menschen in Pflegeeinrichtungen. Stimmen aus der Praxis beleuchten Nutzen, Risiken und Voraussetzungen. Foto: Adobe Stock/Antonio Guillem

Einstieg in die Altenpflege

Jochen Gust beschreibt den Zivildienst als persönlichen Zugang zur Altenpflege. Er selbst kam über den Zivildienst in das Arbeitsfeld, obwohl er zuvor einen kaufmännischen Erstberuf erlernt hatte. Aus seiner Sicht kann der Dienst eine Chance sein, junge Menschen für Pflege und soziale Berufe zu interessieren. Einige Zivildienstleistende hätten ihren Weg später bewusst in die Pflege gefunden. Voraussetzung sei jedoch, dass der Einsatz klar definiert ist und nicht als billiger Ersatz für Fachkräfte dient. Einrichtungen dürften Zivildienstleistende nicht zur Kompensation regulärer Stellen einsetzen. Notwendig seien Anleitung, Aufsicht und eindeutig festgelegte Aufgaben.

Rahmenbedingungen und Aufgaben

Der Zivildienst müsse strukturiert erfolgen und dürfe nur ergänzend wirken. Ein allgemeiner Pflichtdienst, der die Altenhilfe ausdrücklich als Einsatzfeld vorsieht, könne laut Gust eine personalpolitische Chance darstellen. Gleichzeitig warnt er davor, den Dienst ohne klare Leitplanken einzuführen. Ohne verbindliche Standards bestehe die Gefahr von Fehlentwicklungen. Der Einsatz solle vielmehr als Investition in gesellschaftlichen Zusammenhalt verstanden werden.

Kritik aus Sicht der Freiwilligendienste

Rainer Hub von der Diakonie Deutschland äußert sich kritisch. Erfahrungen aus bestehenden Freiwilligendiensten zeigten, dass Engagement durch Motivation entstehe, nicht durch Zwang. Ein verpflichtender Dienst könne daher kontraproduktiv wirken. Die Diskussion müsse berücksichtigen, dass Qualität in der Pflege nicht allein durch zusätzliche Hilfskräfte gesichert werde.

Weitere Informationen zur Diskussion finden Sie im aktuellen „Pro und Contra“ der Fachzeitschrift Altenpflege (02/2026). https://www.altenpflege-online.net/epaper/