Digitalisierung

ALTENPFLEGE 2026: Wie KI und Robotik den Pflegealltag verändern

Im Vorfeld der Leitmesse ALTENPFLEGE 2026 spricht Sophia Warneke, Customer Success Manager bei Navel Robotics, über aktuelle Trends, die Rolle sozialer Robotik.

„Ein klarer Trend ist die stärkere Verzahnung von Digitalisierung und sozialer Interaktion“, sagt Sophia Warneke, Customer Success Manager bei Navel Robotics. Grafik/Foto: Vincentz Network/Navel Robotics

Frau Warneke, welche zentralen Trends sehen Sie aktuell in der Digitalisierung der Pflege?
Sophia Warneke: Die Digitalisierung der Pflege tritt in eine neue Phase ein. Nach Jahren, in denen vor allem Prozesse, Dokumentation und Verwaltung im Fokus standen, rückt nun zunehmend auch der Pflegealltag selbst in den Mittelpunkt. Der zentrale Trend aus unserer Sicht: Digitale Technologien werden dort erfolgreich sein, wo sie Pflegekräfte spürbar entlasten, Bewohnerinnen und Bewohner aktiv einbeziehen und gleichzeitig menschliche Nähe ermöglichen.
Künstliche Intelligenz entwickelt sich dabei von einem rein analytischen Werkzeug hin zu einem aktiven Unterstützer im Alltag. Neben klassischer IT, etwa zur Strukturierung von Informationen oder zur Entlastung administrativer Aufgaben, gewinnen KI-gestützte Assistenzsysteme an Bedeutung, die informieren, erinnern, übersetzen oder situativ unterstützen. Ziel ist es, Mitarbeitenden mehr Zeit für das Wesentliche zu verschaffen: Beziehung, Zuwendung und fachliche Pflege.

Welche Rolle spielen Robotik und soziale Interaktion im digitalen Ökosystem von Pflegeeinrichtungen?
Warneke: Ein klarer Trend ist die stärkere Verzahnung von Digitalisierung und sozialer Interaktion. Pflegeeinrichtungen stehen vor der Herausforderung, Einsamkeit, Unruhe oder herausforderndes Verhalten besser aufzufangen. Hier entstehen neue digitale Lösungsansätze, die nicht nur im Hintergrund arbeiten, sondern sichtbar und erlebbar sind. Dazu zählen auch soziale Robotiksysteme, die KI direkt in die Interaktion mit Menschen bringen und so zusätzliche Betreuung ermöglichen.
Robotik wird dabei nicht als Ersatz für Pflege verstanden, sondern als ergänzender Baustein im digitalen Ökosystem einer Einrichtung. Während IT-Systeme Prozesse strukturieren, kann Robotik dort unterstützen, wo kontinuierliche Präsenz, Aktivierung und Ansprache gefragt sind. Entscheidend ist, dass diese Systeme niedrigschwellig, zuverlässig und praxisnah einsetzbar sind – ohne zusätzlichen organisatorischen oder technischen Aufwand.

Welche Bedeutung haben Datenschutz, Ethik und Vertrauen – und wie positioniert Sie sich für die Zukunft?
Warneke: Parallel dazu wächst die Bedeutung von Datenschutz, Transparenz und ethischer Verantwortung. Pflege ist ein besonders sensibler Bereich, in dem Vertrauen die Grundlage jeder Innovation ist. Ein klarer Trend ist daher die datensparsame Verarbeitung, lokale KI-Ansätze und verständliche Datenschutzkonzepte, die für alle Beteiligten nachvollziehbar sind.
Wir bei Navel Robotics verfolgen genau diesen ganzheitlichen Ansatz. Wir verbinden KI, Robotik und Pflegepraxis mit dem Ziel, Mitarbeitende emotional und organisatorisch zu entlasten und gleichzeitig das Wohlbefinden von Pflegebedürftigen zu stärken. Mit Navel ergänzen wir bestehende digitale Strukturen um eine interaktive, empathische Komponente, die aktiviert, begleitet und Atmosphäre schafft.
Für die kommenden Jahre sehen wir die Zukunft der Pflege in einem Zusammenspiel aus intelligenter IT, vertrauenswürdiger KI und gezielt eingesetzter Robotik. Digitalisierung wird dann erfolgreich sein, wenn sie Pflege menschlicher macht, Fachkräfte stärkt und Einrichtungen dabei unterstützt, Qualität und Würde auch unter schwierigen Rahmenbedingungen zu sichern.

Interview: Ina Füllkrug

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