Digitalisierung

BAGFW warnt vor unkritischem KI-Einsatz in der Pflege

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege hat Chancen und Risiken von KI in der Pflege beleuchtet. Die Ergebnisse zeigen: Technik allein löst nicht alle Probleme.

KI ist im Pflegealltag nicht auf den ersten Blick erkennbar
KI ist im Pflegealltag nicht auf den ersten Blick erkennbar Foto: KI-generiert mit Gemini 3.1 Pro

Künstliche Intelligenz verändert den Pflegealltag grundlegend – doch nicht immer zum Besseren. Das wurde beim BAGFW-Onlinefachtag „Pflege zwischen Fürsorge und Algorithmen“ deutlich. Laut der Bundesarbeitsgemeinschaft soll KI-gestützte Dokumentation bis 2028 zum Standard werden.

Die Teilnehmenden bewerteten KI-Anwendungen unterschiedlich – je nach Perspektive. Pflegekräfte befürchten verstärkte Leistungsüberwachung durch umfangreiche Messdaten. Gleichzeitig könnte KI im Nachtdienst bei der Aufgabenpriorisierung helfen und Störungen der Nachtruhe durch Kontrollbesuche reduzieren.

Ein Problem: KI-Systeme kommen oft zu anderen Bewertungen als Pflegefachpersonen. Zu viele Fehlalarme belasten Mitarbeitende und Pflegebedürftige zusätzlich. Zudem können wichtige Signale wie Mimik oder Gestik übersehen werden, wenn man sich zu stark auf Technik verlässt.

Die BAGFW fordert klare Leitlinien die unter anderem beinhalten, dass pflegefachliche Verantwortung nicht an KI-Systeme übertragen werden darf sowie maschinelle Vorschläge gekennzeichnet und geprüft werden müssen. Außerdem brauchen Leitungskräfte neue Kompetenzen für Systemauswahl und Risikobewertung.

Mehr Details zu KI im Arbeitsalltag der Pflege lesen Sie in der Juni-Ausgabe der Fachzeitschrift Altenpflege.