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Digitale Kommunikation per TI im Pflegealltag

Seit Juli 2025 sind Pflegeeinrichtungen gesetzlich verpflichtet, die Telematikinfrastruktur zu nutzen. Wie der digitale Austausch im Alltag funktioniert, beschreibt Dr. Anika Heimann-Steinert in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Altenpflege.

Pfegerin schaut selbstbewusst in die Kamera
Seit Juli 2025 ist die Nutzung der Telematikinfrastruktur für Pflegeeinrichtungen verpflichtend. Pilotprojekte zeigen, wie digitale Kommunikation mit KIM und TI Messenger im Pflegealltag funktioniert. Foto: AdobeStock/JackF

Voraussetzungen für die Nutzung

Über die Telematikinfrastruktur können Pflegeeinrichtungen mit Arztpraxen, Zahnarztpraxen, Apotheken und Krankenhäusern digital kommunizieren. Dabei lassen sich auch Anwendungen wie das E-Rezept oder die elektronische Patientenakte nutzen.

Damit Pflegeeinrichtungen teilnehmen können, brauchen sie bestimmte Zugänge. Dazu gehören ein elektronischer Heilberufsausweis und eine Institutionskarte SMC-B. Diese Karten werden beim elektronischen Gesundheitsberuferegister beantragt. Zusätzlich benötigen Einrichtungen ein Kartenterminal und einen Zugang zur Telematikinfrastruktur über ein TI-Gateway. Anbieter übernehmen in der Regel Installation, Betrieb und Support.

Datenaustausch 

Für den Austausch von Informationen gibt es den Kommunikationsdienst KIM. Mit KIM können Pflegeeinrichtungen medizinische Daten sicher per Mail senden und empfangen. Ärzt:innen können zum Beispiel Untersuchungsergebnisse oder Arztbriefe übermitteln. Auch Entlassungsbriefe aus Kliniken oder Reha Einrichtungen können so verschickt werden.

Strukturierte Daten ermöglichen es außerdem, elektronische Arztbriefe automatisch den Patient:innen zuzuordnen.

Pflegeeinrichtungen benötigen mindestens eine KIM Adresse.  Die geprüften Adressen aller angeschlossenen Einrichtungen stehen im zentralen Verzeichnisdienst. Rund die Hälfte der Pflegeeinrichtungen ist dort bereits eingetragen.

Erfahrungen aus Pilotprojekten

Wie KIM im Pflegealltag genutzt werden kann, wurde in einer Modellregion in Franken getestet. Elf Pflegeeinrichtungen nutzten den Dienst zwischen Februar und April 2025 im Versorgungsalltag. Ziel war es, Kommunikation per Fax, Brief oder Telefon durch digitale Wege zu ersetzen.

Die Einrichtungen testeten verschiedene Anwendungen. Dazu gehörten die Weiterleitung von E-Rezept Tokens an Apotheken, die Übermittlung von Wunddokumentationen sowie der Austausch von Vitaldaten. Auch der Empfang von Medikationsplänen oder Arztbriefen wurde erprobt. Außerdem nutzten die Einrichtungen KIM für die Koordination von Arztvisiten und für den Dokumentenaustausch mit anderen Leistungserbringenden.

Die Auswertung zeigt sowohl Vorteile als auch Herausforderungen. Einige Arztpraxen nutzten weiterhin Telefon oder Fax statt KIM. Außerdem mussten Pflegeeinrichtungen ihre Abläufe anpassen, zum Beispiel beim regelmäßigen Prüfen der KIM Postfächer.

Positiv bewertet wurden vor allem der sichere Informationsaustausch und die direkte Zuordnung von Nachrichten zu Bewohner:innen. Viele Teilnehmende sehen außerdem großes Potenzial für weitere Anwendungen, etwa bei der Abrechnung oder bei der Wunddokumentation. Insgesamt kann KIM einen wichtigen Beitrag zur Digitalisierung der Pflege leisten.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie im aktuellen „Digitalisierung“ der Fachzeitschrift Altenpflege (03/2026). https://www.altenpflege-online.net/epaper/