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Diakonie und DEVAP warnen vor Finanzkrise in der Pflegeversicherung

Sinkende Einnahmen, steigende Kosten: Die Diakonie und der DEVAP sehen die Pflegeversicherung in der Krise und verlangen neue Finanzierungsmodelle für eine stabile Zukunft der Pflege.

Bild: Adobe Stock/vegefox.com (Symbolbild).

Die Diakonie Deutschland und der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege e.V. (DEVAP) sehen die soziale Pflegeversicherung in einer „massiven finanziellen Schieflage“. Nach Angaben der Verbände konnte das Jahr 2025 nur durch staatliche Darlehen in Höhe von 3,2 Milliarden Euro mit einem leichten Überschuss abgeschlossen werden. Ohne diese Hilfen hätte ein Defizit von 2,8 Milliarden Euro bestanden.

Elke Ronneberger, Bundesvorständin Sozialpolitik der Diakonie Deutschland, mahnte, Pflege dürfe nicht arm machen. Die Bundesregierung müsse für eine verlässliche Finanzierung sorgen. Ziel sei ein Modell, das Pflegebedürftige und Angehörige entlaste und gleichzeitig eine qualitativ gute Pflege ermögliche. Wenn künftig weniger Erwerbstätige Beiträge zahlten, gerate das heutige System zunehmend unter Druck, erklärte sie.

Maßnahmen zur Stabilisierung

Zur Stabilisierung schlagen Diakonie und DEVAP mehrere Maßnahmen vor — unter anderem die Rückerstattung pandemiebedingter Sondermittel, eine stärkere Beteiligung wohlhabenderer Versicherter durch Anhebung der Versicherungspflichtgrenze sowie langfristig eine Pflegebürgerversicherung, in die alle Bevölkerungsgruppen einzahlen.

Ein zentrales Element bleibe der sogenannte Sockel-Spitze-Tausch. Dabei würde der Eigenanteil, den Pflegebedürftige zahlen müssen, gedeckelt, während die restlichen Kosten von der Pflegeversicherung übernommen würden. Laut Anna Leonhardi, Vorstandsmitglied des DEVAP, sei dieses Modell der einzige Weg, um Eigenanteile dauerhaft zu begrenzen und finanzielle Planungssicherheit zu schaffen. Versicherte, die jahrzehntelang Beiträge gezahlt hätten, bräuchten Klarheit über ihre maximale Belastung, betonte sie.

Sockel-Spitze-Tausch

Unterstützung erhält die Forderung durch den Gesundheitsökonomen Heinz Rothgang. Seinen Analysen zufolge könne der Sockel-Spitze-Tausch die Eigenanteile stabilisieren, ohne die Versicherung übermäßig zu belasten. Zusätzliche Einnahmen ließen sich erzielen, wenn weitere Einkunftsarten verbeitragt, die Beitragsbemessungsgrenze angehoben und ein Finanzausgleich zwischen gesetzlicher und privater Pflegeversicherung geschaffen würde.

Diakonie und DEVAP appellieren an die Bundesregierung, bei der geplanten Pflegereform einen langfristig tragfähigen Kompromiss zu finden. Kurzfristige Minimallösungen würden das Vertrauen der Bevölkerung in die soziale Sicherung und die Handlungsfähigkeit der Politik gefährden.

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