Personal

So schützen Pausen Pflegekräfte vor Burnout

Ein Neurowissenschaftler vom Max-Planck-Institut warnt vor den Folgen fehlender Pausen. Seine Erkenntnisse könnten die Pausenkultur in Pflegeeinrichtungen verändern.

Prof. Villringer: "Wichtig ist, dass Pausen zu machen der Normalfall wird." Foto: Werner Krüper

Wer keine Pausen macht, schwächt seine Fähigkeit zur Stressverarbeitung und riskiert chronische Überlastung. Das sagt Prof. Dr. Arno Villringer, Direktor der Neurologie am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig, in einem AOK-Interview.

Villringer erklärt das Phänomen des „mentalen Neustarts“ nach Pausen neurobiologisch: Das Gehirn speichere während der Ruhe Informationen ab und werde dabei „reingewaschen“. Ohne diese Phasen bleibe das Gehirn voller ungesicherter Informationen.

Besonders problematisch: Fehlen Pausen dauerhaft, entstehe chronischer Stress mit gesundheitlichen Folgen wie Bluthochdruck, Depressionen und erhöhtem Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall. Das Stresshormon Cortisol sinke dann nicht mehr vollständig ab.

Für Pflegeeinrichtungen empfiehlt der Neurologe Rückzugsorte für Einzelpersonen und eine Teamkultur, in der Pausen normal sind. „Eine empathische, das Miteinander fördernde Struktur im Team ist das Allerwichtigste“, so Villringer.

Passend dazu: Pausengestaltung ist ein wichtiges Thema für Führungskräfte. Bekommen Sie im PflegeKompass „Mitarbeitende beteiligen“ wichtige Impulse.

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