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Altenpflege: Löhne im Median erstmals über 4.000 Euro

Das Medianentgelt einer Altenpflegefachkraft liegt laut aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit für das Jahr 2024 erstmals deutlich über 4.000 Euro – konkret bei 4.153 Euro im Monat. Damit übersteigt das Medianentgelt in der Altenpflege zum zweiten Mal das Medianentgelt aller bei der Bundesagentur für Arbeit erfassten Berufe, das bei 4.013 Euro liegt.

Von 2015 bis 2024 haben sich die Medianlöhne von Altenpflegefachkräften um über 60 Prozent erhöht – doppelt so stark wie alle Medianlöhne im gleichen Zeitraum. Foto: Adobe Stock/Stockfotos-MG

Die Entgelte für Altenpflegefachkräfte sind von 2023 auf 2024 um 6,46 Prozent gestiegen, während der Median aller Entgelte um 5,72 Prozent zulegte. Besonders bemerkenswert: Von 2015 bis 2024 haben sich die Medianlöhne von Altenpflegefachkräften um über 60 Prozent erhöht – doppelt so stark wie alle Medianlöhne im gleichen Zeitraum. Noch 2015 lag das Entgelt einer Altenpflegefachkraft 527 Euro unter dem Median aller Entgelte.

Regionale Unterschiede

Regional zeigen sich deutliche Unterschiede: Das höchste Medianentgelt erzielen Altenpflegefachkräfte in Baden-Württemberg mit 4.325 Euro und in Hamburg mit 4.263 Euro. Am unteren Ende der Skala liegen Sachsen-Anhalt mit 3.963 Euro und Sachsen mit 3.891 Euro. Allerdings haben sich die Entgelte für Altenpflegefachkräfte in Sachsen von 2015 bis 2024 verdoppelt.

Forderung nach anderen Schwerpunkten in der Pflegepolitik

Rainer Brüderle, Präsident des bpa Arbeitgeberverbandes, sieht in dieser Entwicklung einen Beleg dafür, dass die Entlohnung nicht mehr das Hauptproblem der Pflegepolitik sein kann: „Die Altenpflege ist zu einer gut bezahlten Branche mit sicherer Jobgarantie geworden. Mit mehr als 4.100 Euro im Monat liegt man deutlich über dem Medianentgelt zahlreicher Handwerksberufe.“

Stattdessen fordert Brüderle eine Neuausrichtung der Pflegepolitik: „Die Pflegepolitik muss ihr Augenmerk auf andere Herausforderungen richten. Die Altenpflege steht vor großen finanziellen Herausforderungen, denn Pflegebedürftige und ihre Angehörigen können sich professionelle Pflege kaum mehr leisten und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Pflegebetriebe werden immer schwieriger.“

Als Bausteine einer echten Pflegereform nennt er eine auskömmliche Finanzierung, eine Rückführung der Überregulierung und eine konsequente Entbürokratisierung.