News

AVENEO zeigt: KI-Anwendungen treiben Innovationen in der Pflege voran

Die Sonderschau „AVENEO – Raum für Innovation“ rückt im Rahmen der ALTENPFLEGE 2026 marktfähige Lösungen für die Pflege in den Fokus.

Die Sonderschau „AVENEO – Raum für Innovation“ rückt im Rahmen der ALTENPFLEGE 2026 marktfähige Lösungen für die Pflege in den Fokus. Foto: NürnbergMesse/Frank Boxler

Die Pflege in Deutschland steht vor „tiefgreifenden Umbrüchen“ – geprägt von demografischem Wandel, Fachkräftemangel und steigenden Kosten. Gleichzeitig wächst der Druck, Qualität, Teilhabe und effiziente Strukturen zu sichern. In diesem Spannungsfeld gewinnen Innovation zunehmend an Bedeutung. Die AVENEO in Halle 6 der ALTENPFLEGE 2026 vom 21. bis 23. April in Essen versteht sich dabei als Plattform, die konkrete und zukunftsorientierte Lösungen sichtbar macht.

KI markiert „Paradigmenwechsel“ in der Altenpflege

Im Rahmen der ALTENPFLEGE Newcomer Challenge wird dieser Wandel besonders deutlich. Die 18 nominierten Projekte zeigen eine klare Entwicklung hin zu KI-gestützten Anwendungen. „Wir erleben einen Paradigmenwechsel: Künstliche Intelligenz ist nicht mehr Vision, sondern Werkzeug“, erklärt Olav Sehlbach vom Care Venture Circle.

Beispiele sind Systeme zur frühzeitigen Erkennung von Druckulzera mittels kontinuierlichem Gewebemonitoring oder Anwendungen, die Aufnahmegespräche automatisiert dokumentieren und in Maßnahmenpläne überführen. Auch KI-basierte Kommunikationslösungen zur Aktivierung oder gegen Einsamkeit sind vertreten. Die Technologien dienten dabei „nicht als Selbstzweck, sondern als Werkzeug zur Prozessvereinfachung, Qualitätssicherung und Ressourcensteuerung“.

Innovation soll Pflegepraxis konkret entlasten

Die AVENEO versteht sich als Treffpunkt für Träger, Investoren, Start-ups und Technologiepartner. Präsentiert werden Produkte, Prototypen und Geschäftsmodelle, die Managementprozesse optimieren und Pflegefachpersonen entlasten sollen. Jana Förste von der CURA Unternehmensgruppe betont: „Die AVENEO bringt Gründergeist, Versorgungspraxis und Investitionsbereitschaft zusammen. Genau diese Vernetzung brauchen wir, um die Pflege zukunftsfähig zu machen.“

Darüber hinaus greifen einige Lösungen gezielt den Fachkräftemangel auf, etwa durch KI-gestützte Recruiting-Ansätze oder automatisierte Prozesse im Arbeitsalltag. Auch digitale Assistenzsysteme zur Förderung von Autonomie werden vorgestellt.

Prävention und häusliche Pflege im Fokus

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Prävention und der Stärkung der häuslichen Pflege. Angebote reichen von zertifizierten Präventionskursen für Mitarbeitende bis hin zu sensorgestützten Systemen zur Reduktion körperlicher Belastungen. „Prävention wird hier nicht als Zusatzangebot verstanden, sondern als strategischer Baustein“, erklärt Thomas Eisenreich, Geschäftsführer von Home Instead und ­langjähriger Supporter der Sonderschau AVENEO..

Zugleich rücken Lösungen für die Versorgung zu Hause stärker in den Fokus. Da bereits heute ein Großteil der Pflegebedürftigen im häuslichen Umfeld versorgt werde, steige der Bedarf an niedrigschwelligen Technologien. Genannt werden etwa integrierte Kommunikationsangebote über den Fernseher oder digitale Lernplattformen für Angehörige.

Insgesamt zeigt die Sonderschau laut Veranstaltern, dass Innovation nicht nur neue Produkte meint, sondern eine „strukturelle Weiterentwicklung der gesamten Versorgungslandschaft“. Zugleich sende die Branche ein Signal: Sie warte nicht auf politische Entscheidungen, sondern gestalte die Zukunft der Pflege aktiv mit.

Alle Informationen rund um die Sonderschau AVENEO und die Newcomer Challenge finden Sie auf der Website der ALTENPFLEGE 2026.