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Begegnung statt Isolation – Projekte für bessere Öffnung von Pflegeheimen in Hessen
Das Förderprogramm „Pflegeheim – Mitten im Leben“ bringt frischen Wind in hessische Seniorenheime. Mit neuen Projekten und Ehrenamtsarbeit werden Bewohner stärker in die Gesellschaft eingebunden und Einsamkeit aktiv bekämpft.
Einsamkeit und Isolation in Pflegeheimen sind für viele ältere Menschen eine belastende Realität. Mit dem Förderprogramm „Pflegeheim – Mitten im Leben“ will die Hessische Landesregierung diesem Problem aktiv entgegenwirken. Insgesamt zwölf Projekte werden mit mehr als 1,4 Millionen Euro unterstützt, um die soziale Teilhabe von Bewohnerinnen und Bewohnern zu verbessern. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Vernetzung der Pflegeheime mit ihrem sozialen Umfeld.
Ein zentraler Baustein des Förderprogramms sind Koordinierungsstellen, die in den geförderten Pflegeheimen eingerichtet werden. Sie sollen Kooperationen mit lokalen Vereinen, Schulen und Institutionen initiieren und begleiten. Beim offiziellen Startschuss überreichte Gesundheits- und Pflegeministerin Diana Stolz bereits im Oktober einen Förderbescheid über knapp 124.000 Euro an das ASB Wohnen und Pflege Karben GmbH, das durch den Aufbau einer Koordinierungsstelle Begegnungen in den Bereichen Natur, Unterhaltung und Geselligkeit ermöglichen will. „Mir war es wichtig, dass die Koordinierungsstellen vor Ort individuellen Handlungsspielraum bekommen. Denn sie wissen am besten, was zu ihrem Pflegeheim passt und was in der Umgebung realisiert werden kann“, erklärte die CDU-Ministerin. „Wir sehen dies als Ansporn, den in der Vergangenheit eingeschlagenen Weg einer offenen, vielfältigen Einrichtung fortzusetzen und freuen uns auf die kommenden Aufgaben, die der ASB gemeinsam mit den regionalen Partnern angehen möchte“, sagte Einrichtungsleiterin Violetta Kettemann.
Ziel: strukturierte Ehrenamtsarbeit bis 2025 aufbauen
Auch im Seniorenzentrum Bethesda in Babenhausen wird das Förderprogramm „Pflegeheim – Mitten im Leben“ mit viel Engagement umgesetzt, wie Debora Harbusch vom Sozialdienst der Einrichtung care konkret berichtet. Die Bewerbung für das Programm wurde maßgeblich von der Zielsetzung geprägt, bis 2025 eine strukturierte Ehrenamtsarbeit aufzubauen und damit mehr Kontakt zwischen den Bewohnern und dem sozialen Umfeld zu ermöglichen. Dank der Förderung können Personalkosten und Sachmittel gedeckt werden, darunter Gelder für Zeitungsannoncen, Werbematerialien und Projekte wie einen Wunschbaum. Bei der Wunschbaum-Aktion geht es darum, Brücken zwischen der Pflegeeinrichtung und der Gemeinschaft außerhalb derEinrichtung zu schlagen. Denn viele Bewohnerinnen und Bewohner fühlten sich oft allein und erhielten nur selten Besuch. Durch kleine Gesten der Freude soll ein Gefühl von Heimat und Verbundenheit vermittelt werden.
Außerdem wurde eine zusätzliche Mitarbeiterstelle geschaffen, um die Koordination der Ehrenamtsarbeit und die Integration in die Gesellschaft voranzutreiben. Bereits in den ersten Wochen des Projekts ist es gelungen, 21 Ehrenamtliche zu gewinnen, die jetzt regelmäßig als Paten, Projekthelfer oder Unterstützer bei Veranstaltungen aktiv sind. Und das Seniorenzentrum plant weitere Maßnahmen, darunter die Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten sowie organisierte Ausflüge mit individueller Betreuung. Bereits jetzt werden die Räume der Einrichtung als Treffpunkt für örtliche Gruppen wie Chöre, Handarbeitskreise und Gymnastikkurse genutzt. Hier ist also schon der Anfang gemacht, das Pflegeheim als Ort der Begegnung und Teilhabe zu gestalten. Mit kreativen Ideen und engagierter Arbeit vor Ort entstehen Angebote, die nicht nur den Bewohnerinnen und Bewohnern, sondern auch der Gemeinschaft zugutekommen. Die hohe Resonanz auf Projekte wie den Wunschbaum oder die Ehrenamtsarbeit zeigt, wie groß das Potenzial für ein gutes Miteinander ist.
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