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Berufskleidung: Worauf legen Pflegende wert?
Was ist beruflich Pflegenden in der stationären Langzeitpflege bei der Berufskleidung wichtig? Und werden ihre Wünsche berückichtigt, haben sie Mitspracherecht? Wir haben Meinungen gesammelt.
Kathrin Mitchell, Altenpflegerin und Praxisanleiterin im Perthes Zentrum Soest:
„Atmungsaktiv sollte sie sein. Ich kaufe selbst, weil ich mir ungern ein Schema vorgeben lasse. In meiner Einrichtung ist Privatkauf immer noch Usus, weil die meisten von uns keine Firmenkleidung möchten. Taschen sind ebenfalls wichtig. Und – mittlerweile – auch Farbe, in jedweder Kombination.“
Andrea Hellgermann, Leitung Sozialer Dienst im Achatius-Haus in Münster:
„Im Achatius-Haus gibt es bisher weder für Pflege, Hauswirtschaft noch den Sozialdienst eine einheitliche Kleidungsvorschrift und es wird auch keine Wäsche gestellt. Manche Kollegen finden das gut, da ein Seniorenheim kein Krankenhaus ist und die Bewohner:innen sich hier wie zu Hause fühlen sollen. Ein einheitliches und wahrscheinlich doch krankenhausähnliches ‚Dressing‘ würde nicht dazu beitragen, sondern eher Distanz zwischen den Pflegepersonen und den Bewohner:innnen vermitteln. Andere Kollegen finden die Idee einer einheitlichen gestellten Berufskleidung positiv, da es für sie Kosten sparen würde und so ein Outfit die Erkennbarkeit und das WIR-Gefühl verstärken könnte. Wobei Wert darauf gelegt wird, dann eine freie Wahl zwischen Kasack und Poloshirt zu haben, weil für sie nur das eine oder andere ‚tragbar‘ erscheint.“
Jacqueline Pröpper, Altenpflegerin aus Cottbus:
„Ich habe noch nie in einem Altenheim gearbeitet, wo Dienstkleidung Pflicht ist. Für mich ist es unpersönlich und es fühlt sich nach Krankenhaus an. Die Bewohner leben dort, es ist deren Zuhause, sie sollen sich wohl fühlen. Ich versetze mich immer gerne in die Lage, wie würde ich mich fühlen, welche Gedanken habe ich in solch einer Situation? Meine Gedanken wären: es fühlt sich alles steril an, als wenn sich jemand vor mir schützen müsste. Ich habe immer genügend Wechselsachen dabei, das ist wichtig, Kleidung, die ich auf 60 Grad waschen kann.“
Daniela Hackstein, Altenpflegehelferin und Azubi der Generalistik im Ev. Altenzentrum Oedt:
„Alltagskleidung ist mir wichtig, grade im Setting der Langzeitpflege. Viele Kollegen tragen Ihre Alltagskleidung, aber oft sind sie dann auf den ersten Blick nicht als Pflegekraft erkennbar. Bei mir in der Einrichtung ist Einheitskleidung im Gespräch. Ich hoffe, das einzig einheitliche wird die weiße Hose sein, denn ich liebe meine bunten Kasacks zur weißen Hose. Demenziell veränderte Bewohner reagieren sofort auf die bunten Kasacks und fangen an zu reden. Ganz in weiß bin ich auch nicht, schließlich bin Ich keine Ärztin. Weiße Hose, farbige Kasacks, mehr Wünsche habe ich nicht.“
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