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Ethikrat-Anhörung zur Langzeitpflege: DBfK fordert strukturelle Reformen
Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe hat bei einer Anhörung des Deutschen Ethikrates auf strukturelle Ursachen für ethische Konflikte in der Langzeitpflege hingewiesen. Der Verband fordert eine bedarfsgerechte Personalausstattung und eine Reform der Finanzierung.
Der Deutsche Ethikrat hatte am 22. Januar eine öffentliche Anhörung zu ethischen Herausforderungen in der häuslichen und stationären Langzeitpflege durchgeführt. Die Anhörung war Teil der laufenden Arbeit an einer Stellungnahme des Gremiums. Als Sachverständige war unter anderem Vera Lux, Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK), eingeladen.
Ethische Konflikte durch Rahmenbedingungen
Der DBfK machte deutlich, dass ethische Konflikte in der Langzeitpflege häufig strukturell bedingt seien. „Ethik in der Langzeitpflege entscheidet sich nicht am guten Willen Einzelner, sondern an verlässlichen Rahmenbedingungen“, sagte Lux. Wenn qualifizierte Pflegefachpersonen fehlten, werde aus Fürsorge ein permanenter Konflikt zwischen dem fachlich Gebotenen und dem noch Machbaren.
Pflegedienste und Einrichtungen stünden unter finanziellem Druck, bedingt durch Fachkräftemangel, Kostensteigerungen, Bürokratie und unzureichende Digitalisierung. Dadurch entstünden Situationen, in denen das fachlich und ethisch Richtige nicht zuverlässig umgesetzt werden könne.
Forderungen an die Politik
Der DBfK fordert eine Reform, die die Rechte pflegebedürftiger Menschen konsequent absichert. Dazu gehörten eine bedarfsgerechte Personalausstattung mit qualifizierten und spezialisierten Pflegefachpersonen, mehr Autonomie in pflegefachlichen Entscheidungen, wirksamer Schutz vor Gewalt sowie Bürokratieabbau und ein höherer Digitalisierungsgrad.
Gleichzeitig müsse die Finanzierung der Langzeitpflege so gestaltet werden, dass Pflege für Betroffene erreichbar und bezahlbar bleibe. Aufgrund gestiegener Eigenbeiträge reichten Rente und Ersparnisse oft nicht aus, um die Kosten zu decken. „Eine würdevolle Pflege muss für alle zugänglich und bezahlbar bleiben – unabhängig von Einkommen, Wohnort oder familiären Ressourcen“, so Lux.
Der DBfK erwartet nun die Stellungnahme des Deutschen Ethikrates.
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