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Gewerkschafter alarmiert: Arbeitgeberverband mobilisiert gegen Pflegekammer
Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) hat sich in einem Schreiben an die Angestellten der seiner Mitglieder gewandt – mit der Empfehlung, sich gegen den Aufbau der Pflegekammer Baden-Württemberg auszusprechen. Die Gewerkschafter sehen eine rote Linie überschritten.
So argumentiert der Arbeitgeberverband
In dem Schreiben des bpa, das der Redaktion Altenpflege vorliegt, heißt es: „Eine Pflegekammer kann vieles von dem, was ihre Befürworter jetzt versprechen, nicht leisten.“ Sie könne keine Tariferhöhungen aushandeln, habe keinen Einfluss auf die Personalausstattung und könne somit nicht auf bessere Arbeitsbedingungen hinwirken. Auch ihr politischer Einfluss sei begrenzt, da die Gesetzgebung für die Pflege fast ausschließlich auf Bundesebene und somit außerhalb des Wirkungskreises einer Landespflegekammer gemacht werde.
Das sagen die Gewerkschafter
Der stellvertretende Bundesvorsitzende des BochumerBunds, Jürgen Drebes, kann nicht nachvollziehen, warum sich eine Arbeitgeberorganisation überhaupt in berufsspezifische Angelegenheiten der Pflegenden einmischt, und wirft dem Verband gezielte Desinformation vor.
Laut bpa müssten sich die Pflegenden künftig zusätzlich zu den Kontrollen durch Heimaufsicht und Medizinischen Dienst auf Überprüfungen durch die Pflegekammer einstellen. Aus Sicht der Gewerkschafter ist das eine Falschdarstellung, da die Qualitätsüberprüfung nicht zu den Aufgaben einer Kammer gehöre.
Außerdem insinuiert der bpa in dem Schreiben, dass es für die Beratung und Unterstützung der Pflegenden keine Kammer brauche, da Berufsverbände und Gewerkschaften diese Funktion bereits übernähmen. Das sehen die Gewerkschafter anders: Immerhin seien nur zehn Prozent der beruflich Pflegenden Mitglied einer Gewerkschaft oder eines Berufsverbands. Die restlichen 90 Prozent könnten jedoch über eine Kammer erreicht und über ihre Rechte und Möglichkeiten aufgeklärt werden.
Darum geht der BochumerBund auf die Barrikaden
„Die Ausführungen des bpa sind beschämend und eindeutig kompetenzüberschreitend“, so der BochumerBund in einer Stellungnahme. Er wirft den Arbeitgebern vor, die Arbeitnehmer täuschen zu wollen, um den Berufsstand kleinzuhalten und zu verhindern, dass sich beruflich Pflegende organisieren und die eigene Profession selbstwirksam weiterentwickeln.
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