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Integration: 400 internationale Pflegekräfte bereichern das Ev. Johanneswerk
400 internationale Pflegekräfte hat das Johanneswerk bereits integriert – 185 von ihnen starten in die Ausbildung. Mit einem großen Fachtag feiert der Träger diesen besonderen Erfolg.
400: Auf diese Zahl ist das Ev. Johanneswerk aktuell ganz besonders stolz. So viele internationale Pflegekräfte konnte der Träger bereits mit seinem Integrationsprogramm gewinnen. Und nicht nur das – 185 von ihnen sind bereits in eine Pflegeausbildung gestartet oder starten noch in diesem Jahr. Diesen besonderen Erfolg feierte das Werk jetzt mit einem großen Fachtag.
Vor genau drei Jahren hatte das Projekt „ZukuLuG – Zukunftswerk Leben und Gesundheit“ gestartet. Die Idee damals: junge Menschen aus der Türkei für eine dreijährige Ausbildung in Deutschland zu begeistern und hier zu integrieren. Doch trotz aller Bemühungen konnten die angestrebten Zahlen nicht erreicht werden – unter anderem der Kampf mit bürokratischen Hürden war groß.
Fokus auf Menschen unterschiedlichster Herkunft
Nichtsdestotrotz war klar: Das Ziel, internationale Mitarbeitende zu gewinnen, bleibt wichtig und richtig – allein, um den Status Quo zu halten. Denn: „Wenn die Babyboomer in den kommenden Jahren in Rente gehen, wird die Personalsituation in der Pflege noch düsterer als sie heute schon ist“, weiß Johanneswerk-Geschäftsführer Dr. Bodo de Vries. Die ZukuLuG-Strategie allein reichte dafür nicht aus. Und so begann das Werk, größer zu denken. „Wir haben aus dem Projekt ein Vorhaben gemacht“, so de Vries. „Wir wollen Integrationsprofi werden.“
Das Werk konzentrierte sich nicht mehr nur auf junge Menschen in der Türkei, sondern auf Menschen unterschiedlichster Herkunft, die bereits in Deutschland leben und eine Perspektive suchen. Und machte so aus dem Integrationsmanagement eine Erfolgsgeschichte. „In allen stationären Einrichtungen und ambulanten Diensten des Johanneswerks gibt es heute tolle Gelingensgeschichten“, weiß de Vries. Die Zahl 400 spricht dabei für sich. „Insbesondere die Mitarbeitenden vor Ort haben hier einen großartigen Beitrag geleistet. Und auch zentral haben wir uns viel Wissen erarbeitet. Diese Kompetenz möchten wir unbedingt ausbauen.“
Im Integrationsmanagement weiterwachsen
Ein großer Fachtag gab nun die Gelegenheit, sich intensiv mit dem Integrationsmanagement zu befassen. Führungskräfte und internationalen Azubis, Kolleginnen und Kollegen aus Praxis, Wissenschaft, Politik und Verwaltung schauten gemeinsam zurück – auf die tollen Erfolge, aber auch auf Fallstricke und schwierige Erfahrungen. Ganz deutlich wurde dabei: Sehr viele Menschen haben sehr viel Mut gezeigt. Natürlich diejenigen, die ihre Heimat verlassen und sich in ein neues, herausforderndes Arbeitsfeld gewagt haben. Aber auch diejenigen, die sich für fremde Kulturen geöffnet und sich auf den Prozess eingelassen haben. Denn: Integration kostet Zeit und Mühe.
Jemanden einzuarbeiten, der die Landessprache noch nicht perfekt beherrscht, aus einer anderen Kultur kommt und vielleicht mit Heimweh oder Fluchterfahrungen zu kämpfen hat, erfordert von allen viel Engagement. Natürlich sind die Leitungskräfte sowie die Praxisanleiter*innen da in Verantwortung. „Aber wir sehen auch vielerorts, wie Kolleginnen und Kollegen die Neuen unter ihre Fittiche nehmen und ihnen beim Start helfen“, weiß Sven-Eric Leichner, Stabsabteilungsleiter in der Altenhilfe. „Und das sehr gern, sehr kreativ und mit sehr viel persönlichem Einsatz.“
Auch für die Pflegeschulen im Johanneswerk ist das Integrationsmanagement eine Herausforderung: „Die Bedürfnisse der nicht-deutschen Auszubildenden müssen auch hier, in jeder Klasse, berücksichtigt werden. Unter anderem werden die Curricula überarbeitet und interkulturelle Aspekte in der Pflege ergänzt,“ weiß Dr. Frauke Schönberg, die das Projekt wissenschaftlich begleitet hat.
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