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Kompetenzprofile verbinden Ausbildung und Praxis

BAPID III (Bildungsarchitektur der Pflegeberufe in Deutschland) überführt empirische Ergebnisse in ein umfassendes Kompetenzmodell für alle Qualifikationsniveaus und zeigt, wie Pflegebildung und Praxis strukturell verzahnt werden können. Katharina Genz und Prof. Dr. Wolfgang von Gahlen-Hoops geben in der aktuellen Ausgabe einen Einblick in die Ergebnisse von BAPID III.

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Empirische Basis für ein neues Kompetenzmodell

BAPID III baut auf den Ergebnissen von BAPID II auf und entwickelt daraus ein wissenschaftlich fundiertes Kompetenzmodell, das alle Qualifikationsstufen abbildet. Grundlage waren unter anderem Analysen von Rollen- und Stellenprofilen aus ambulanten, stationären und akutstationären Einrichtungen. Ergänzend wurden das Pflegeberufegesetz, die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung, Rahmenpläne sowie ausgewählte Modulhandbücher und internationale Referenzdokumente ausgewertet. Durch diese Kombination entstand ein realistisches Bild pflegerischer Kompetenzanforderungen. Die neuen Kompetenzprofile beschreiben Fähigkeiten, Kenntnisse und Haltungen, die Pflegefachpersonen und Absolvent:innen akademischer Pflegebildung beim Berufseintritt mitbringen sollen.

Zehn Kompetenzbereiche als strukturierte Orientierung

Kern des Modells sind zehn Kompetenzbereiche. Sie umfassen unter anderem professionelle Haltung, pflegerische Versorgungspraxis, Kommunikation und Kooperation, Gesundheitsförderung und Prävention, Organisation und Planung, Leadership, Qualität und Sicherheit, Bildung und lebenslanges Lernen, Technologie und Health Social Care sowie Selbstmanagement und Governance. Die Profile zeigen, wie Qualifikationen strukturell verankert, in Teams eingesetzt und organisationsintern gefördert werden können. Rückmeldungen der Einrichtungen betonen jedoch, dass Kompetenzen in der Praxis nicht immer vollständig umgesetzt werden können. Oft fehlen Zeit, strukturelle Unterstützung oder Entwicklungsräume.

Nutzen für Praxis, Bildung und Personalentwicklung

Die Kompetenzprofile unterstützen Einrichtungen dabei, Rollen, Zuständigkeiten und Entscheidungswege zu klären. Sie fördern interprofessionelle Zusammenarbeit, erhöhen Transparenz im Pflegeprozess und stärken die Einbindung der Mitarbeitenden. Für Bildungseinrichtungen bieten sie eine fundierte Grundlage, um Ausbildungsstrukturen, Lernziele und Ausbildungszeiten zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Wo Diskrepanzen zwischen Soll- und Ist-Kompetenzen sichtbar werden, ermöglichen sie eine gezielte Anpassung der Bildungsprozesse. Insgesamt leisten die Profile einen wichtigen Beitrag zur Professionalisierung der Pflege, da sie Qualifikationen mit Organisationsstrukturen verbinden und eine Kultur des kontinuierlichen Lernens unterstützen.

Weitere Informationen zur Diskussion finden Sie im aktuellen „Wissenschaft und Forschung“ der Fachzeitschrift Altenpflege (12/2025). https://www.altenpflege-online.net/epaper/