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Landespflegerat unterstützt Deutschen Pflegerat als Bundesvertretung
Der Landespflegerat Baden-Württemberg stellt sich hinter die Pläne des Bundesgesundheitsministeriums, den Deutschen Pflegerat als zentrale Interessenvertretung anzuerkennen – und kritisiert Alternativbestrebungen scharf.
Der Landespflegerat Baden-Württemberg hat sich deutlich für die Anerkennung des Deutschen Pflegerats (DPR) als maßgebliche Organisation der Pflegeberufe auf Bundesebene ausgesprochen. Das Bundesgesundheitsministerium plant, den DPR durch eine neue Verordnung als zentrale Interessenvertretung zu benennen. Für den Landespflegerat geht es dabei um eine dauerhaft handlungsfähige und einheitliche Stimme der Profession.
Einheitliche Vertretung statt Einzelpositionen
„Die Pflegeberufe brauchen einen klaren und verlässlichen Ansprechpartner auf Bundesebene, der auf Augenhöhe mit anderen Heilberufen agiert“, erklärt Ronny Brosende, Vorsitzender des Landespflegerats Baden-Württemberg. Seit Jahren setze sich die Pflege dafür ein, dass die Politik nicht mit einer Vielzahl von Einzelpositionen konfrontiert werde, sondern mit einer gebündelten beruflichen Interessenvertretung. Mit der geplanten Anerkennung des Deutschen Pflegerats werde dieses Ziel erstmals realistisch.
Langzeitpflege ausreichend repräsentiert
Brosende weist Behauptungen zurück, die Langzeitpflege sei im Deutschen Pflegerat nicht ausreichend vertreten. Diese Darstellung entspreche nicht den Tatsachen. Die Langzeitpflege sei über die Mitgliedsverbände und die Landespflegeräte umfassend eingebunden. Zudem sei im Oktober 2025 mit Peter Koch ein ausgewiesener Experte als Beirat für Langzeitpflege in den Deutschen Pflegerat berufen worden.
Brosende selbst ist Altenpfleger und geschäftsführender Vorstand eines Trägers der Langzeitpflege. Er betont, dass die fachliche Kompetenz für diesen Versorgungsbereich im Deutschen Pflegerat eindeutig vorhanden sei.
Scharfe Kritik an DVLAB-Plänen
Deutlich kritisiert der Landespflegerat Bestrebungen des Deutschen Verbands für Langzeitpflege und Altenhilfe (DVLAB), durch eine Reaktivierung der BundesAltenhilfeVertretung als eigenständige maßgebliche Organisation anerkannt zu werden. Brosende wirft dem DVLAB vor, Trägerinteressen mit Berufsinteressen zu vermischen.
Besonders problematisch sei die geplante Finanzierung über Förderbeiträge von Pflegeeinrichtungen. Diese stelle die Unabhängigkeit einer solchen Organisation grundsätzlich infrage. „Aus unserer Sicht handelt es sich dabei faktisch um einen Trägerverband und nicht um eine unabhängige Interessenvertretung der Pflegeberufe“, so Brosende.
Warnung vor Zersplitterung
Mit Blick auf die politische Entscheidungsfindung warnt der Landespflegerat-Vorsitzende das Bundesgesundheitsministerium davor, sich von solchen Konstruktionen täuschen zu lassen. Es gehe um die beruflichen Interessen der Pflegefachpersonen und nicht um institutionelle Eigeninteressen oder Machtfragen. Eine Zersplitterung der beruflichen Vertretung würde die Anstrengungen der vergangenen Jahre unterlaufen.
Historische Chance für die Pflege
Abschließend verweist Brosende darauf, dass sich der Pflege erstmals die Möglichkeit biete, geschlossen und professionell aufzutreten. Diese Gelegenheit dürfe nicht verspielt werden. Die geplante Pflegeberufebeteiligungsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums sieht vor, die Beteiligung der Pflegeberufe an Entscheidungen nach dem Fünften und Elften Sozialgesetzbuch zu vereinheitlichen und zu stärken. Der Deutsche Pflegerat soll dabei als zentrale Anlaufstelle fungieren.
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