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Messekongress: Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Pflege gehören zusammen gedacht

Welchen Mehrwert hat das Engagement für den Klimaschutz für die Pflege? Das ist eines der Themen auf dem Messekongress der ALTENPFLEGE (23.-25. April).

ALTENPFLEGE Messekongress
Foto: ALTENPFLEGE Messe/Florian Arp

Messekongress: Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Pflege gehören zusammen gedacht

Sonja Knoll
Foto: Colin Fotografie

Sonja Knoll (Foto), Geschäftsführerin der NiNo GmbH, ist  eine der Referent:innen auf dem diesjährigen Messe­kongress der Altenpflege Messe. NiNo unterstützt gemein-nützige Organisationen der Gesund­heits- und Sozial­wirtschaft bei der Erfassung und Auswertung von CO2-­Emissionen.

Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind längst in der Sozialwirtschaft angekommen. Wie nehmen Sie das wahr?

Die Thematik Nachhaltigkeit und Klimaschutz ist definitiv in der Sozialwirtschaft angekommen und das aufgrund vielfältiger Gründe. Ich möchte drei nennen:

  1. Erstens entfallen laut einer Studie aus 2019 von Health care without harm 5,2 Prozent der Gesamtemissionen an CO2 auf die Sozial- und Gesundheitswirtschaft.
  2. Zweitens: Die Sozial- und Gesundheitswirtschaft bietet Dienstleistungen mehrheitlich Personen an, die maximal durch die Veränderungen des Klimawandels betroffen sind, jedoch selbst nicht zu den Verursachenden gehören noch eigenständig etwas gegen die Folgen tun können. Das heißt, hier ergibt sich die Notwendigkeit einer stellvertretenden Übernahme der Verantwortung durch Einleiten entsprechender Maßnahmen, zum Beispiel auf Basis einer CO2-Bilanz.
  3. Drittens: Nachhaltigkeit und Klimaschutz sparen Ressourcen ein, auch finanzielle und setzen Ressourcen frei. Zum Beispiel bei Mitarbeitenden, die sich für Nachhaltigkeit und Klimaschutz in den Einrichtungen engagieren.

Wo liegen die größten Herausforderungen für die Träger in der Langzeitpflege beim Thema Klimaschutz?

Es ist auch hier oftmals zum einen die Ressourcenfrage: Wer soll das machen bei Fachkräftemangel und Personalnotstand und wer soll’s bezahlen? Wobei ich ganz klar an dieser Stelle erwähnen möchte, dass Nachhaltigkeit und Klimaschutz immer aus einem Mix aus investiven und nicht-investiven Maßnahmen entstehen können.
Zum anderen erschlägt die Komplexität der Thematik: Wo fange ich an? Was macht Sinn? Kann ich überhaupt in meiner Einrichtung etwas verändern? Hier setzen wir bei NiNo an: Wir haben aus der Praxis für die Anwendung in der Praxis ein digitales Erhebungstool entwickelt, dass übersichtlich und performant alle relevanten und wesentlichen Teilbereiche der CO2-Bilanzierung gemäß GHG Protocol unter Berücksichtigung der Scopes 1-3 erfasst, berechnet und auswertet. Über den Vergleich mit anderen Einrichtungen ist das Ergebnis leicht verständlich, werden Potenziale zur CO2-Reduktion deutlich und Maßnahmen können zielgerichtet umgesetzt werden. Bei der turnusmäßigen Wiederholung der Datenerhebung alle zwei bis drei Jahre kann die Wirkung der eingeleiteten Maßnahmen visualisiert werden. Das motiviert und schafft Vertrauen in das Vorgehen.

Tickets für den Messekongress

Sie sind Referentin auf dem Kongress der Messe ALTENPFLEGE. Mit welchen Erkenntnissen gehen die Teilnehmer:innen aus Ihrer Session „Engagement für den Klimaschutz: Ein Mehrwert für die Pflege“ am 25. April?

Nachhaltigkeit und Klimaschutz und Pflege gehören zusammen gedacht. Nachhaltigkeit und Klimaschutz in der Pflege sind machbar und bieten viel Potenzial. Sie erhalten einen Einblick darüber, wie auf Basis einer CO2-Bilanz wirkungsvoll und zielgerichtet vor Ort, also in der Einrichtung, Maßnahmen zur nachhaltigen und klimafreundlicheren Leistungserbringung umgesetzt werden können. Sie erkennen, dass der erste Schritt hin zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz das Wissen über den Ist-Stand und die Kenntnis der Entstehungsorte für das Emissionsaufkommen in der Einrichtung ist. Hier liegt das individuelle Potenzial jeder Einrichtung. Die Arbeit mit den Ergebnissen der CO2-Bilanz spart aktiv CO2 ein.

Die Fragen stellte Kerstin Hamann. Das ausführliche Interview erscheint in care konkret.