News

Modellprojekt soll pflegerische Versorgung von Seh- und Hörgeschädigten verbessern

Das Modellprojekt „Sinnesbeeinträchtigungen in der Pflege im sozialen Nahraum“ soll das Bewusstsein für Seh- und Hörbeeinträchtigungen bei Menschen mit Pflegebedarf schärfen und die Kompetenzen in der Pflege weiterentwickeln. Bayern unterstützt das Projekt mit einer Fördersumme von mehr als einer Million Euro.

Sehen
Foto: Werner Krüper

Um dieses Projekt geht es

Träger des Projekts ist die Blindeninstitutsstiftung mit Sitz in Würzburg. Im Rahmen der dreijährigen Projektlaufzeit sollen unter anderem beruflich Pflegende und pflegende Angehörige in der Versorgung von Menschen mit Sinnesbeeinträchtigungen geschult werden. Außerdem soll ein Leitfaden entstehen, durch den das Vorgehen nach Abschluss der Modellphase auch in weiteren Kommunen und bayerischen Regierungsbezirken realisiert werden kann.

Darum fördert Bayern das Projekt

„Mit Blick auf die immer älter werdenden Bürgerinnen und Bürger wird auch die Zahl der hör- und sehbeeinträchtigten Menschen voraussichtlich weiter zunehmen. Darauf müssen wir uns als Gesellschaft frühzeitig einstellen“, so die bayerische Ministerin für Gesundheit und Pflege, Judith Gerlach (CSU). Das Projekt solle die Prävention verbessern und dazu beitragen, die Selbstständigkeit und die Teilhabe von Menschen mit Sinnenbeeinträchtigungen zu erhalten, so die Ministerin, die die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen hat.

Sinnesbeeinträchtigungen sind insbesondere ein Altersphänomen: Nach Angaben des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands sind mehr als zwei Drittel der hochgradig Sehbeeinträchtigten in Bayern älter als 60 Jahre, rund 40 Prozent sind 80 Jahre und älter.