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Öffentlicher Dienst: Gewerkschaften wollen acht Prozent mehr

Die Gewerkschaft Verdi und der Beamtenbund dbb verlangen acht Prozent mehr Einkommen für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen – mindestens aber 350 Euro pro Monat. Zu den Betroffenen zählen auch viele Pflegende und weitere Sozialberufe.

Mehr Geld für den öffentlichen Dienst: Rund 2,5 Millionen Tarifbeschäftigte würden von den Gewerkschafts-Forderungen profitieren. Foto: Susanne El-Nawab

Die Forderungen seien ambitioniert, aber keineswegs zu hoch, sagte dbb-Chef Ulrich Silberbach. Es fehle eine halbe Million Menschen im öffentlichen Dienst. Es bestehe die Gefahr, im Vergleich zur Privatwirtschaft abzuschmieren.

Zu den weiteren Forderungen gehören unter anderem drei zusätzliche freie Tage für sowie ein weiterer freier Tag für Gewerkschaftsmitglieder. Über ein Arbeitszeitkonto sollen Beschäftigte entscheiden können, ob sie etwa Überstunden ausgezahlt bekommen wollen oder diese auf das Konto gebucht werden sollen. Auszubildende sollen den Gewerkschaften zufolge 200 Euro mehr im Monat bekommen.

Betroffen sind rund 2,5 Millionen Tarifbeschäftigte, von denen der überwiegende Teil in den Kommunen arbeitet. Der aktuelle Tarifvertrag läuft nach zwei Jahren zum Jahresende aus. Nach einer Laufzeit von zwölf Monaten soll nach dem Willen der
Gewerkschaften neu über das Einkommen verhandelt werden.

Arbeitgeberseite hatte deutlich geringeres Plus ins Spiel gebracht

Die Präsidentin der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), die Gelsenkirchener Oberbürgermeisterin Karin Welge, hatte bereits ein deutlich geringeres Plus als nun gefordert ins Spiel gebracht. «Die Inflation wird bei rund zwei Prozent liegen, das ist eine Orientierungsgröße, die auf dem Tisch liegt», sagte sie im „Tagesspiegel“. Sie verwies auch auf die angespannten kommunalen Haushalte. Die VKA verhandelt gemeinsam mit dem Bundesinnenministerium für die Arbeitgeberseite. (dpa)