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PeBeM verändert Pflegeorganisation spürbar

Das Modellprojekt PeBeM nach § 113c SGB XI hat bundesweit untersucht, wie sich Personal in stationären Einrichtungen am tatsächlichen Bedarf ausrichten lässt. Die Ergebnisse zeigen klar: Der Personalbedarf ist höher als bislang angenommen, insbesondere im Bereich der Pflegeassistenz. In der Modelleinrichtung Schmallenbach Haus Hubertia wurde deutlich, dass bisherige Personalschlüssel die reale Arbeitsbelastung nicht ausreichend abbilden. Tätigkeiten in Grundpflege, Betreuung und Aktivierung benötigen mehr Zeit, als bislang eingeplant war.

PeBeM- Symbolbild
PeBem sorgt in der stationären Altenpflege weiterhin für offene Fragen. Bild: Susanne El-Nawab

Bedarf erkennen und gezielt steuern
PeBeM macht Pflegearbeit transparenter und ermöglicht eine realistischere Verteilung von Aufgaben. Grundlage ist eine systematische Analyse des tatsächlichen Bedarfs. Daraus folgt eine angepasste Personalplanung, die sowohl die Bedürfnisse der Bewohner:innen als auch die Arbeitsrealität der Mitarbeitenden berücksichtigt. Ziel ist eine Entlastung der Teams und mehr Zeit für individuelle Zuwendung.

Qualifikationsmix sinnvoll nutzen
Ein zentrales Element ist der gezielte Einsatz eines Qualifikationsmixes aus Pflegefachpersonen, Pflegefachassistenzkräften und Hilfskräften. Pflegefachpersonen übernehmen Planung, Steuerung und komplexe Aufgaben. Assistenzkräfte führen grundpflegerische Tätigkeiten aus. In der Praxis zeigte sich ein erhöhter Bedarf an Assistenzkräften. Kompetenzgespräche machten vorhandene Fähigkeiten sichtbar und förderten die Weiterentwicklung. Klare Rollen und definierte Verantwortlichkeiten verbesserten die Zusammenarbeit und steigerten Motivation sowie Akzeptanz im Team.

Organisation und Teamarbeit stärken
Die Einführung neuer Strukturen erfordert Anpassungen in Organisation und Kommunikation. Dienstpläne, Dokumentation und Übergaben wurden überarbeitet. Neue Formate wie strukturierte Übergaben verbesserten den Informationsfluss. Schulungen und Teamcoachings unterstützten die Umsetzung. Mitarbeitende fühlten sich stärker eingebunden und wertgeschätzt.

Die Erfahrungen zeigen, dass PeBeM schrittweise eingeführt werden sollte. Herausforderungen bleiben Fachkräftemangel, Finanzierung und Zeitaufwand. Dennoch belegt das Projekt: Bedarfsgerechte Personalbemessung ist möglich. Entscheidend sind klare Strukturen, funktionierende Delegation und eine starke Teamorganisation. Langfristig kann PeBeM dazu beitragen, die Pflegequalität zu verbessern und den Beruf attraktiver zu machen.

Weitere Informationen zur Diskussion finden Sie im aktuellen „Schwerpunkt“ der Fachzeitschrift Altenpflege (05/2026). https://www.altenpflege-online.net/epaper/