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Pflegedokumentation: Wie sich Bedarf und Bedürfnis voneinander unterscheiden

2019 wurde ein Paradigmenwechsel zur Bewertung von Pflegequalität eingeleitet: Ergebnisorientierte Qualitätsbewertung statt Pflegenoten und ein Fokus auf die Bedarfe und Bedürfnisse der Pflegebedürftigen. Expertin Melanie Nußbaum erklärt, worin der Unterschied zwischen Bedarf und Bedürfnis liegt.

Pflegedokumentation
Idealerweise bilden sich Bedarf und Bedürfnis der pflegebedürftigen Person in der Informationssammlung/der Biographie ab und werden bei der Maßnahmenplanung individuell berücksichtigt. Foto: Werner Krüper

Der Bedarf bezieht sich laut Nußbaum, die Einrichtungsleiterin der Diakonie Michaelshoven und ehemalige Qualitätsprüferin des PKV-Prüfdienstes Careproof ist, auf die objektiven, messbaren Anforderungen, die eine Person hat, um ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu erhalten. „Der Pflegebedarf wird oft durch medizinische Diagnosen, Beeinträchtigungen und die Notwendigkeit bestimmter Pflegeinterventionen bestimmt. Zum Beispiel kann der Pflegebedarf einer Person beinhalten, dass sie Hilfe beim Anziehen, Essen oder bei der Medikamenteneinnahme benötigt“, so Nußbaum.

Das Bedürfnis bezieht sich auf die subjektiven, individuellen Wünsche und Präferenzen der pflegebedürftigen Person. „Bedürfnisse sind oft emotionaler und psychologischer Natur und können von Person zu Person stark variieren. In der Pflege ist es wichtig, diese Bedürfnisse zu erkennen und zu respektieren, um eine ganzheitliche und personenzentrierte Pflege zu gewährleisten“, so Nußbaum. Beispiele für Bedürfnisse können demnach das Verlangen nach sozialer Interaktion, Sicherheit, Geborgenheit oder Selbstverwirklichung sein.

Die Expertin Melanie Nußbaum gibt auf dem AltenpflegeKongress 2024/2025 einen umfassenden Einblick in das Thema „Bedarf und Bedürfnis im Kontext von Pflegeprozesssteuerung, Vorbehaltsaufgaben und neuen Prüfsystemen“. Alle Infos zum Event, den Terminen und Standorten finden Sie auf unserer Webseite.