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Pflegekammer NRW warnt: Fachkräftemangel trifft auf fehlenden Wohnraum

Pflegefachpersonen in NRW finden kaum noch bezahlbare Wohnungen. Laut Pflegekammer verschärft die Wohnungsnot den ohnehin bestehenden Fachkräftemangel deutlich. In manchen Regionen drohe ein Versorgungseinbruch.

Wohngeld soll Bewohner von Pflegeheimen entlasten
Foto: AdobeStock/Gina Sanders (Symbolbild).

Die Pflegekammer Nordrhein-Westfalen warnt vor einer Verschärfung des Fachkräftemangels durch steigende Mieten und fehlenden Wohnraum. Eine aktuelle Analyse verdeutliche, dass Pflegefachpersonen in vielen Regionen kaum noch bezahlbare Wohnungen finden. Dadurch drohe die Versorgungssicherheit in weiten Teilen des Landes gefährdet zu werden.

„Die Situation ist dramatisch“, erklärte Kammerpräsidentin Sandra Postel. In vier von zehn besonders betroffenen Städten und Kreisen seien Wohnungen für Pflegekräfte unbezahlbar. Ohne bezahlbare Lebensbedingungen lasse sich der Beruf für neue Fachkräfte kaum attraktiv gestalten.

Demografische Entwicklung verschärft Trend

Nach Angaben der Pflegekammer werden in mehreren Regionen dreimal so viele Pflegefachpersonen in den Ruhestand gehen, wie Nachwuchskräfte in den Beruf eintreten. Besonders betroffen seien die Städte und Kreise Leverkusen, Neuss, Warendorf und Steinfurt. In Leverkusen etwa werde rund ein Drittel der Pflegekräfte in den kommenden Jahren ausscheiden, während nur ein Bruchteil an Berufsanfängerinnen und -anfängern nachrücke.

Die demografische Entwicklung verschärfe den Trend zusätzlich. Leverkusen gehöre zu den ältesten Städten des Landes – fast 38 Prozent der Bevölkerung seien 55 Jahre und älter. „Wer soll diese Menschen künftig pflegen – und wo sollen die Pflegekräfte leben?“, so Postel.

Vergleich: Durchschnittsgehälter mit den aktuellen Mieten

Die zugrundeliegende Analyse vergleiche Durchschnittsgehälter in der Pflege mit den aktuellen Mieten. Starke Preissteigerungen, etwa um 18 Prozent in Leverkusen in den letzten fünf Jahren, hätten die Kluft zwischen Einkommen und Lebenshaltungskosten weiter vertieft.

Postel erinnerte daran, dass viele Kliniken früher eigene Wohnheime betrieben hätten, diese aber häufig aufgegeben worden seien. Einige Häuser böten inzwischen wieder Wohnungen an, doch das reiche nicht aus, erklärte sie. „Pflegefachpersonen brauchen bezahlbaren Wohnraum, sonst ist die Versorgung langfristig nicht gesichert.“

Von der Politik fordert die Pflegekammer nun entschlossenes Handeln. Nur wenn Kommunen und das Land gemeinsam Lösungen schaffen, lasse sich der drohende Engpass abwenden.

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