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Prozess um systematische Misshandlung in einem Pflegeheim beginnt
Am Landgericht Braunschweig hat der Prozess um einen schweren Pflegeskandal begonnen. Vier Angeklagte sollen Heimbewohner:innen über Jahre systematisch misshandelt haben.
Laut Staatsanwaltschaft herrschten zwischen Oktober 2017 und September 2020 in einem Pflegeheim mit 68 Plätzen in Langelsheim unhaltbare Zustände. Die Angeklagten sind ein Betreiber-Ehepaar, eine Heimleiterin und eine Pflegedienstleiterin. Sie sollen ein „Herrschaftsregime“ mit Kontrolle, Angst und Leid errichtet haben.
Die Bewohner:innen seien systematisch mit sedierenden Medikamenten außer Gefecht gesetzt worden, um einen störungsfreien Pflegebetrieb zu gewährleisten. „Lauffreudige“ Menschen sollen hinter Bettgittern eingesperrt worden sein. Berichte zum Gesundheitszustand seien gefälscht und Ärzte belogen worden.
Den Angeklagten werden Misshandlung von Schutzbefohlenen, gefährliche Körperverletzung, Freiheitsberaubung und gewerbsmäßiger Bandenbetrug vorgeworfen. Der Landkreis Goslar hatte bereits seit 2005 Beschwerden erhalten und vier Bußgelder sowie drei Anordnungen verhängt. Bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens gilt die Unschuldsvermutung.
Das Verfahren ist auf mehr als 50 Verhandlungstermine bis Ende Januar 2027 angelegt. Die Angeklagten machten zum Prozessauftakt keine Angaben zu den Vorwürfen.
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