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Streit um Pflege-Selbstverwaltung sorgt in Sachsen-Anhalt für Unmut
Der Landespflegerat Sachsen-Anhalt zeigt sich empört über die Absetzung einer Petition zur Pflege-Selbstverwaltung im Landtag. Angesichts des Fachkräftemangels fordert er eine rasche Wiederaufnahme der Debatte.
Der Landespflegerat Sachsen-Anhalt hat die kurzfristige Absetzung einer Petition zur Einrichtung einer pflegerischen Selbstverwaltung von der Tagesordnung des Landtags-Sozialausschusses kritisiert. Die Petition, unterstützt von mehreren Pflegeverbänden und über 1.500 Pflegefachpersonen sowie Bürgerinnen und Bürgern, sollte die Einrichtung einer beruflichen Selbstverwaltung der Pflege in Sachsen-Anhalt anstoßen.
Nach Angaben des Landespflegerats führe die Verschiebung zu einer weiteren Verzögerung in einer Frage von großer Bedeutung für die Versorgungssicherheit im Land. Angesichts eines prognostizierten Mangels von bis zu 24.000 Pflegekräften bis 2035 seien die Herausforderungen bereits jetzt gravierend. „Diese Entscheidung ist ein Schlag ins Gesicht aller professionell Pflegenden“, sagte die Vorsitzende Kathleen Holotiuk.
Besondere demografische Belastung
Der Verband verwies darauf, dass Sachsen-Anhalt vor besonderen demografischen Belastungen stehe und die Versorgungsstrukturen angesichts zunehmender Pflegebedarfe dringend gestärkt werden müssten. Ohne eine institutionalisierte Selbstverwaltung fehle eine verbindliche Regelung zu Berufsaufsicht, Qualitätsentwicklung und Versorgungsplanung.
Auf Bundesebene sei im Februar 2026 die Beteiligung maßgeblicher Pflegeorganisationen durch eine neue Verordnung (PflBBetV) gesetzlich geregelt worden. Der Landespflegerat sieht darin ein Argument für den Aufbau vergleichbarer Strukturen in den Ländern. Außerdem bleibe offen, wer im Katastrophen- oder Krisenfall den Einsatz von Pflegefachpersonen koordiniere, falls keine entsprechende landesweite Organisation bestehe.
Der Landespflegerat fordert daher die politische Wiederaufnahme der Debatte im nächsten Sozialausschuss und kündigte die Bereitschaft zu einem „konstruktiven Dialog mit allen relevanten Akteuren“ an.
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