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Tourenplanung: sichtbar planen, besser steuern

In der „Altenpflege“ (09/2025) erläutert Nicole Böldt, wie Tourenplanung in stationären Einrichtungen als lernendes System gelingt und Führung im Alltag wirkt. Tourenpläne funktionieren nicht auf dem Papier, sie müssen täglich gelebt und weiterentwickelt werden.

Foto: AdobeStock/tomertu

Leitung bedeutet Präsenz. Wer aufmerksam durch den Tag geht, erkennt Unsicherheiten früh und unterstützt, bevor Widerstand entsteht. Das heißt konkret: an der Tourenplanung beginnen, am Bett begleiten, zuhören, ermutigen und täglich Fragen stellen wie „Was lief heute gut, was hat sich verändert, was lief nicht und warum“. Führung macht Angriffe nicht zur eigenen Wahrheit und nutzt Widerstände, um gemeinsam Lösungen zu finden. Die Tagesstruktur beginnt an der Tourenplanung und endet dort.

Wahrnehmung, Bewegung, Kommunikation
Für die Einführung bewährt sich das Wahrnehmungsdreieck nach Bienstein und Fröhlich. Es verbindet Wahrnehmung, Bewegung und Kommunikation. Sichtbare Werkzeuge wie Magnettafel, Bewohnerkarten und Zusatzschilder machen Struktur erlebbar. Beteiligung entsteht, wenn Mitarbeitende Touren verschieben, Karten umstecken und Zusatzaufgaben markieren. Entwicklung braucht Austausch über Aufgaben, Belastung und Abläufe. So wächst Verständnis statt Widerstand. Große Analysen überfordern, kleine Schritte motivieren.

Analyse und Ausfallmanagement verzahnen
Statt großer Datensammlungen helfen präzise Teilanalysen. Ein Startpunkt sind Zeitfresser: fehlen Duschstühle, wandern Föne durchs Haus, fehlt ein eigener Pflegewagen. Erst wenn die Basis stimmt, greift Planung. Darstellung und Ausfallmanagement gehören zusammen. Teams unterscheiden Fix-Leistungen, die unverzichtbar sind, und Flexi-Leistungen, die sich verschieben oder delegieren lassen. „Was nicht gesehen wird, wird nicht bewegt.“ Schritt für Schritt entsteht Stabilität durch klare Darstellung und tägliche Reflexion.

Führung zeigt sich in Präsenz, Dialog und Unterstützung. Wer Tourenplanung sichtbar macht, Mitarbeitende beteiligt und Analysen schlank hält, schafft Akzeptanz und verbessert Prozesse. Jeder Stolperstein kann so zum Baustein einer tragfähigen Struktur werden.

Weitere Informationen zur Diskussion finden Sie im aktuellen „Führen und Steuern“ der Fachzeitschrift Altenpflege (09/2025). https://www.altenpflege-online.net/epaper/