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Trotz Fristende: Weiter wenig Einrichtungen an Telematik angeschlossen
Weiter ist nur ein kleiner Teil der Pflegeeinrichtungen an die Telematikinfrastruktur (TI) angeschlossen. Allerdings eher unfreiwillig.
Eine aktuelle Umfrage der der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) unter 1460 Einrichtungen zeigt: Die Gründe für diese erschreckende Diskrepanz zwischen Engagement und faktischer Realität am Stichtag 1. Juli liegen häufig bei überlasteten Softwarefirmen und ausufernder Bürokratie.
Komplexe bürokratische Verfahren
Der gesamte Prozess – von der Antragstellung über das Postident-Verfahren bis zur Rechnungslegung – sei laut BAGFW unübersichtlich, von einem hohen Verwaltungsaufwand geprägt und für viele Pflegeeinrichtungen kaum im Blick zu behalten. Die Vielzahl unterschiedlicher Nachweise und Identifikationsvorgänge und die unpraktikablen Zahlungsmöglichkeiten erschwerten den Onboardingprozess unverhältnismäßig. Die Pflegeeinrichtungen berichten demnach von monatelangen Wartezeiten bis zum Erhalt der notwendigen Institutionskarten.
Insgesamt binde diese Verfahrensweise in hohem Maße zusätzlich Zeit und Personal, was den ohnehin bereits knappen Personalschlüssel weiter belaste.
Softwareanbieter und TI-Dienstleister überlastet
Als großes Hemmnis beschreibe ein Großteil der Pflegeeinrichtungen Schwierigkeiten in der Anbindung durch TI-Dienstleister und Softwareanbieter. Die befragten Pflegeeinrichtungen schildern demnach erschöpfte Kapazitäten auf Seiten der Softwarefirmen. Sie seien gezwungen, lange Wartezeiten bis zur Installation des TI-Anschlusses in Kauf zu nehmen. Bei technischen Problemen gebe es oftmals große Schwierigkeiten, eine auskunftsfähige Ansprechperson im Support zu erreichen.
Zusätzlich herrsche Intransparenz bei den Kosten – die Angebote zum TI-Anschluss seien für Pflegeeinrichtungen weder nachvollziehbar noch überprüfbar, lägen häufig aber weit jenseits der möglichen Refinanzierung.
„Die BAGFW ist zutiefst davon überzeugt, dass die Digitalisierung insgesamt – und die TI-Anbindung im Besonderen – einen echten Mehrwert für die Pflege mit sich bringen wird“, heißt es in einer Pressemitteilung. „Um die hohe Motivation der Pflegeeinrichtungen auf diesem langen Weg zu erhalten, braucht es neben einem vereinfachten und schnellen Zugang zur TI jedoch dringend mehr Anwendungsbereiche für die Pflege.“
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