Unterstützung bei der Körperpflege
Kennzahlen und Indikatoren im Kontext der Körperpflege
Kennzahlen und Indikatoren zur Körperpflege müssen einrichtungsspezifisch definiert werden.
Kurz & Knapp – Worum geht es?
Es gibt noch keine etablierten Kennzahlen oder Indikatoren zur Körperpflege, obwohl dieser Prozess ein wesentlicher Bestandteil des Pflegealltags ist. Das Impulspapier gibt einen Überblick zu Ansätzen in übergeordneten Regelwerken und enthält Anregungen zur einrichtungsspezifischen Definition von Kennzahlen.
Inhalt
Zielgruppe
Einsatzbereich
Empfehlungen aus übergeordneten Regelwerken
Mögliche Kennzahlen
| Kennzahl | Beschreibung |
| Inanspruchnahme der zahnmedizinischen Präventionsleistungen | Zahl der Pflegeempfänger pro Kalenderjahr, die eine zahnmedizinische präventive Versorgung wünschen und erhalten |
| Selbständigkeit in der Körperpflege des vorderen Oberkörpers, des Kopfes und des Intimbereichs | Zahl der Pflegeempfänger gemäß der Kriterien 1-3 aus Modul 4 Begutachtungsinstrument. Vierstufige Skala, Erhebung und Auswertung alle 6 Monate bei der Erfassung der Qualitätsindikatoren. Idealerweise automatisiert aus Pflegedokumentationssystem. |
| Auftreten von behandlungsbedürftigen Hautproblemen | Zahl der Pflegeempfänger pro Kalenderjahr, die ein Hautproblem entwickelt haben, das ärztlicher Behandlung bedurfte |
Mögliche Qualitätsindikatoren
Um die Prozess- und Ergebnisqualität zur Unterstützung in der Körperpflege auf Bereichs- oder Einrichtungsebene zu ermitteln, kann eine Verknüpfung von externer und interner Qualitätssicherung sinnvoll sein. Die Bewertungskriterien aus der Qualitätsprüfung können über eine Excel-Tabelle in die Pflege- und Dokumentationsvisiten einfließen und zusammen mit den externen Prüfergebnissen für differenzierte Indikatoren genutzt werden. Sinnvoll könnte sein:
- Fachgerechte Bedarfseinschätzung und Steuerung der Hautintegrität: Zahl der Bewohner, mit zeitnaher Reaktion bei Auffälligkeiten des Hautzustandes im Verhältnis zu der Zahl der Bewohner ohne Reaktion bei auffälligem Hautzustand.
- Bedarfsgerechte Versorgung: Zahl der Bewohner, deren Maßnahmen in Planung und Durchführung den individuellen Bedarfen und Bedürfnissen der Pflegeempfänger entsprechen im Verhältnis zu fehlerhaften bzw. unzureichenden Maßnahmen in Planung oder Durchführung.
Fazit
Für den Körperpflegeprozess liegen bislang keine wissenschaftlich evaluierten Kennzahlen oder Indikatoren vor. Der Beitrag stellt daher potenzielle Kennzahlen vor, die Rückschlüsse auf die Beratungsqualität, die Förderung der Selbständigkeit sowie die Präventionsleistungen im Kontext der Körperpflege ermöglichen. Zwei Kennzahlen geben zudem Hinweise auf den medizinischen bzw. zahnmedizinischen Versorgungsbedarf. Diese Informationen unterstützen Einrichtungen dabei, die Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten bedarfsgerecht zu organisieren und zu steuern.
Im Hinblick auf die Selbständigkeit ist eine Abstimmung mit dem Anbieter des Pflegedokumentationssystems erforderlich. Das System sollte in der Lage sein, diese Kennzahl automatisiert zu generieren. In Anlehnung an die internationale Pflegeergebnisklassifikation (Nursing Outcomes Classification, NOC) und deren Übertragung auf die deutsche Langzeitpflege macht sie prozessbezogene Pflegeergebnisse sichtbar, die über das Qualitätsmanagement hinaus von Nutzen sind. Denn Kenntnisse über das Ausmaß der Selbständigkeit in der Körperpflege auf Einrichtungsebene unterstützen eine wirtschaftliche Betriebsführung, da sich der Ressourcenverbrauch an Arbeitszeit und Materialien besser einschätzen und in der Personaleinsatzplanung gezielt berücksichtigen lässt.
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