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Warum Berufsstolz so wichtig ist

Die Evangelische Diakonieschwesternschaft Herrenberg-Korntal hat ein Projekt gestartet, um Berufsstolz bei Pflegekräften zu fördern. Das Konzept bezieht sich auf die Erkenntnisse einer Studie von Lisa Adlhoch. Das Praxisprojekt setzt auf partizipative Workshops und einfache Methoden.

Drei Altenpflegerinnen einer Pflegeeinrichtung in Bad Schwartau stehen an einem Pflegewagen
Mitarbeitende in der Altenpflege können stolz sein auf das, was sie jeden Tag für die pflegebedürftige Menschen leisten. Foto: Tino Schaft

Wissenschaft trifft Praxis

Die Pflegewissenschaftlerin Lisa Adlhoch hat in einer Studie gezeigt, dass Berufsstolz in der Pflege ein komplexes Geschehen ist, die auf der positiven Selbstbewertung des eigenen Handelns basiert und von verschiedenen Faktoren geprägt wird. Die Ev. Diakonieschwesternschaft Herrenberg-Korntal e.V. hat zur Entwicklung von Berufsstolz in der Pflege ein innovatives Praxisprojekt entwickelt: In Workshops und Teamformaten entdecken Pflegekräfte gemeinsam Berufs‑, Team‑ und Unternehmensstolz – und stärken damit Motivation, Zufriedenheit und das Berufsimage. Der Fachbeitrag dazu erschien in der August-Ausgabe der Fachzeitschrift Altenpflege. Lisa Adlhoch`s Forschungserkenntnisse in der Einleitung des Artikels wurden dort fälschlicherweise nicht zitiert.

Berufsstolz beeinfluss die Außendarstellung der Profession

Berufsstolz in der Pflege basiert laut der Studie von Lisa Adlhoch auf einer positiven Selbstbewertung des eigenen pflegefachlichen Handelns. Adlhochs Definition und die von ihr entwickelten Faktoren aus ihrer Berufsstolz-Studie zeigen: Stolz auf pflegerische Kompetenz, Pflegewerte und Pflegeerfolge mündet in eine positive Außendarstellung der Profession.

Die Diakonieschwesternschaft schickte im Jahr 2024 ihre Mitarbeitenden mit einem Projekt auf Entdeckungsreise, um Berufsstolz zu entdecken. „Mitarbeiter in Pflegeberufen können zu Recht stolz auf ihre Arbeit sein, denn Pflegeberufe sind herausfordernd, vielfältig und anspruchsvoll“, sagt Ruth Ruthardt, Referentin für stationäre Pflege in ihrem Fachbeitrag in der August-Ausgabe der Fachzeitschrift Altenpflege.

Wie der Transfer in die Praxis gelingt

Das Konzept besteht aus verschiedenen Bausteinen. Beim Neujahrsempfang 2024 fragte die Diakonieschwesternschaft ihre Mitarbeitenden: „Was ist das Schönste, was ein Bewohner oder Kunde je zu dir gesagt hat?“ Die Antworten wurden auf Post-its gesammelt und ausgetauscht.

Kern des Ansatzes sind Workshops auf verschiedenen Ebenen – von Auszubildenden bis zur Führungskräftetagung. Die Workshops beginnen mit der Frage „Warum ist Berufsstolz wichtig?“ und arbeiten mit Brainstorming und Kleingruppenarbeit. „Das partizipative Finden von Argumenten ist sehr viel eindrücklicher als das reine Vermitteln von Berufsstolz-Aspekten“, berichtet Ruthardt.

Die Führungskräfte entwickelten konkrete Maßnahmen: Ein „Blitzlicht“ zu Beginn jeder Dienstbesprechung, in dem Mitarbeitende sagen, worauf sie stolz sind, sowie das bewusste Feiern von Erfolgen.

Der Aufwand ist überschaubar

Auch 2025 hat der Träger Schulungen zur Kompetenzkommunikation mit dem Titel „Let’s talk about… unsere Arbeit in der Pflege“ geplant. Am Tag der Pflege haben sich Mitarbeitende gegenseitig „Komplimente to go“ geschenkt.

Laut Michael Köhler, Fachlicher Vorstand der Diakonieschwesternschaft, benötigen die Workshops nur wenige Ressourcen: „Ein Moderator und eine Stunde Arbeitszeit reichen aus.“ Bewusst verzichtet die Einrichtung auf Kennzahlen-Messung, um die Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken.

Die ausführliche Vorstellung des Projekts können Sie in der August-Ausgabe der Altenpflege nachlesen.

Passend dazu: Berufsstolz in der Pflege: Eine empirische Analyse zum Phänomen des Stolzerlebens aus Sicht von deutschen Pflegefachpersonen