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Warum Einmalhandschuhe in der Pflege auch zum Risiko werden können
Einmalhandschuhe schützen Pflegepersonal vor Keimübertragungen. Häufig würden sie jedoch falsch und ohne Notwendigkeit eingesetzt – mit zum Teil erheblichen Folgen für die zu pflegenden Menschen und die Pflegepersonen selbst, warnt Gerhard Schröder, Leiter der Akademie für Wundversorgung in Göttingen.
Schröder zufolge zeigten neuere Studien, dass die Zahl der Infektionen durch einen höheren Gebrauch von Einmalhandschuhen ansteige. „Weil vielfach gedacht wird, dass der Handschuh ein Schutz für den Patienten sei“, so Schröder in Pro & Contra in der Dezember-Ausgabe der Fachzeitschrift Altenpflege. Die notwendige Händedesinfektion werde laut Robert Koch Institut durch das Tragen der Handschuhe in fast der Hälfte der Fälle nicht durchgeführt.
Durch die fehlende Desinfektion würden auch die Handschuhe selbst schnell zum Keimträger. Etwa, wenn eine Pflegeperson mit nicht desinfizierten Händen versehentlich einen zusätzlichen Handschuh aus der Verpackung greife und ihn wieder zurückstopfe.
Auch für die Pflegenden selbst sei ein übermäßiger Gebrauch von Einmalhandschuhen laut Schröder nicht ratsam. „Hauterkrankungen entstehen vor allem durch Feuchtigkeit an den Händen. In Handschuhen sind die Hände einem feuchten Klima ausgesetzt“, so Schröder, der es für dringend erforderlich hält, Einmalhandschuhe nur nach Bedarf einzusetzen.
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