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Warum es sich lohnt, auf Stationäre Tourenplanung zu setzen

Immer mehr Pflegeheime arbeiten mit Stationärer Tourenplanung – eine Arbeitsablauforganisation, die sich an den Touren der ambulanten Pflege orientiert. Zwei Expertinnen in diesem Bereich erklären, warum sich das lohnt.

Stationäre Tourenplanung
Nicole Böldt (links) und Martina Karsten (rechts) haben jahrelange Erfahrung in der Umsetzung der Stationären Tourenplanung. Foto: Werner Krüper

Das Modell kurz erklärt

Bei der Stationären Tourenplanung bekommt jede Pflegeperson Aufgaben entsprechend ihrer Qualifikation zugeteilt. Die zugeteilten Tätigkeiten werden in eine zeitliche Abfolge gebracht und auf einem Tourenplan (digital, Magnetwand oder Stecktafel) tagesaktuell für alle Mitarbeitenden transparent dargestellt. Das Modell ist gut mit dem kompetenzbasierten Mitarbeitereinsatz im Rahmen der Personalbemessung vereinbar.

Beteiligung statt „top-down“

Nicole Böldt, Qualitätsmanagerin bei der Caritas im Norden und Pflegeberaterin, empfiehlt den Umstieg auf eine Stationäre Tourenplanung unbedingt, „weil sie auch eine Veränderung im Führungsverhalten bietet“. Entscheidungen würden nicht mehr im geschlossenen Raum von den Führungskräften getroffen. „Die Kollegen, die zu uns kommen, suchen einen Sinn in ihrer Arbeit“, so Böldt im Interview mit der Fachzeitschrift Altenpflege. Die Tourenplanung sei ein gutes Mittel, Mitarbeitende stärker einzubinden.

Bewohner stehen im Zentrum

Stationäre Tourenplanung trage außerdem dazu bei, die individuellen Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner besser zu berücksichtigen, so Martina Karsten, Pflegedienstleiterin des Caritas-Pflegeheims St. Nikolaus in Parchim. Zum Beispiel habe sich in ihrer Einrichtung gezeigt, dass manche Bewohnerinnen und Bewohner anstelle des morgendlichen Dusch- und Badeangebots lieber am Abend in der Badewanne sitzen würden. „Diese Wünsche konnten wir jetzt durch diese Strukturen auch umsetzen“, erklärte Karsten im Interview mit der Fachzeitschrift Altenpflege.

Karsten und Böldt haben bereits 2017 begonnen, die Stationäre Tourenplanung im Caritas-Pflegeheim St. Nikolaus umzusetzen. Ihr Erfolgskonzept wurde mit dem AltenpflegePreis 2024 ausgezeichnet und soll nun auf alle Pflegeheime der Caritas im Norden ausgerollt werden. Das Konzept wird in der Dezember-Ausgabe der Fachzeitschrift Altenpflege sowie auf dem AltenpflegeKongress 2024/2025 vorgestellt.