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Wohn-Pflege-Gemeinschaften als Alternative im Alter
Wohn-Pflege-Gemeinschaften ermöglichen Menschen mit Unterstützungsbedarf ein selbstbestimmtes Leben. Laut Prof. Dr. Klaus Müller von der Frankfurt University of Applied Sciences bieten sie eine Alternative zum klassischen Altenpflegeheim und verbinden soziale Nähe mit professioneller Unterstützung.
Selbstbestimmt leben trotz Pflegebedarf
Viele Menschen möchten möglichst lange selbstbestimmt und unabhängig leben. Wenn Krankheit oder der Tod eines Partners die häusliche Situation verändert, stellt sich häufig die Frage nach einer geeigneten Wohnform. Anfangs können ambulante Dienste oder hauswirtschaftliche Unterstützung helfen. Mit zunehmendem Unterstützungsbedarf kann jedoch eine Betreuung rund um die Uhr erforderlich werden. Diese ist häufig schwer finanzierbar.
Traditionell galt das Altenpflegeheim lange als letzter Schritt der Versorgung. Obwohl sich stationäre Einrichtungen in den vergangenen Jahrzehnten verändert haben, verbinden viele ältere Menschen mit dem Umzug ins Heim weiterhin den Verlust von Unabhängigkeit. Deshalb haben sich neue Versorgungsformen entwickelt. Dazu gehören unter anderem ambulante Pflege, Tages und Nachtpflege sowie Wohn Pflege Gemeinschaften.
Kleine Gemeinschaft statt großer Einrichtung
In Wohn-Pflege-Gemeinschaften leben laut § 38a SGB XI zwei bis elf Personen zusammen. Jede Person verfügt über ein eigenes Zimmer. Zusätzlich gibt es gemeinschaftliche Bereiche, meist eine große Wohnküche. Diese Wohnform steht grundsätzlich allen Menschen mit Unterstützungsbedarf offen. Besonders verbreitet ist sie bei Menschen mit demenzieller Veränderung.
Es existieren verschiedene Organisationsformen. Neben stationären Modellen gibt es anbietergesteuerte und selbst beziehungsweise angehörigengesteuerte Wohn Pflege Gemeinschaften. Bei anbietergesteuerten Angeboten stellt ein Träger Wohnraum sowie Pflege und Betreuung bereit. Bewohner:innen erhalten damit ein Gesamtpaket.
Verantwortung gemeinsam tragen
In selbst oder angehörigengesteuerten Wohn Pflege Gemeinschaften organisieren Bewohner:innen und Angehörige viele Aufgaben selbst. Sie suchen eine geeignete Wohnung, wählen Mitbewohner:innen aus und beauftragen einen Pflegedienst. Die Finanzierung der Betreuung erfolgt gemeinschaftlich.
Studien zeigen, dass das Maß an Selbstbestimmung in solchen selbst gesteuerten Wohnformen häufig größer ist. Gleichzeitig erfordert dieses Modell ein hohes Engagement der Angehörigen. Wohn Pflege Gemeinschaften können auch bei Menschen mit Demenz helfen, soziale Kontakte zu erhalten und Unterstützung mit einem möglichst selbstbestimmten Alltag zu verbinden.
Weitere Informationen zur Diskussion finden Sie im aktuellen „Fachwissen Kompakt“ der Fachzeitschrift Altenpflege (03/2026). https://www.altenpflege-online.net/epaper/
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