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Zwischenbilanz zur kollegialen Führung in der Altenhilfe

In der aktuellen Ausgabe des Magazins Altenpflege berichtet Wiebke Schmiady-Kuhn über ein Pilotprojekt der Dachstiftung Diakonie, das seit Herbst 2023 in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt zur Erprobung kollegialer Führung in der Altenpflege umgesetzt wird. Ziel ist es, klassische Hierarchien in der Pflege zugunsten kollegialer Führung zu überwinden und einen nachhaltigen Kulturwandel einzuleiten. Nach der Hälfte der Laufzeit wurde auf einer Tagung in Hannover eine Zwischenbilanz gezogen.

Pflege intergeschlechtlicher Menschen verbessern
Mit dem Projekt Selbst-Bewusst für eine neue Kultur in der Pflege erprobt die Dachstiftung Diakonie kollegiale Führung. Erste Ergebnisse zeigen Chancen und Herausforderungen. Foto: AdobeStock/Peter Atkins

Kollegiale Führung als Antwort auf den Druck

Die Altenhilfe ist geprägt von Fachkräftemangel, steigenden Anforderungen und hoher Arbeitsverdichtung. Viele Mitarbeitende wünschen sich mehr Mitbestimmung und Eigenverantwortung. Studien und Analysen zeigen, dass kollegial geführte Organisationen Motivation, Bindung und Arbeitsbedingungen verbessern können.

Umsetzung im Projekt Selbst-Bewusst

Am Projekt beteiligen sich 14 stationäre, teilstationäre und ambulante Einrichtungen mit über 700 Mitarbeitenden. Grundlage sind die Prinzipien kollegialer Führung nach Bernd Oestereich und Claudia Schroeder. Statt fester Stellenbeschreibungen arbeiten die Teams mit Rollen, treffen Entscheidungen im Konsens und organisieren sich selbst. Begleitet wird der Prozess durch sechs Workshopreihen, kontinuierliche Personalentwicklung sowie mehr als 100 Schulungen mit digitalen Elementen. Erste Effekte sind eine stärkere Selbstwirksamkeit, mehr Verantwortungsübernahme und ein gestärkter Teamzusammenhalt.

Herausforderungen und nächste Schritte

Die Halbzeitevaluation zeigt auch Hürden. Skepsis, Unsicherheit und der Umgang mit Verantwortung prägten den Start. Führungskräfte mussten Kontrolle abgeben, Teams lernen, mit Selbstorganisation umzugehen. Gesetzliche Vorgaben und bestehende Strukturen begrenzen den Spielraum. Die nächsten Projektphasen fokussieren den Abbau von Barrieren, die stärkere Einbindung der Bewohner:innen und ihrer Angehörigen sowie die Übertragung der Erkenntnisse in nachhaltige Strukturen.

Weitere Informationen zur aktuellen Diskussion finden sich im Themenbereich „Führen und Steuern“ der Fachzeitschrift Altenpflege (Ausgabe 01/2026). https://www.altenpflege-online.net/epaper/