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Ist die Pflege an einem Kipp-Punkt angekommen?
Niedersachsens Diakonie-Chef Hans-Joachim Lenke fordert mehr Steuermittel für die Pflegeversicherung, um steigende Pflegekosten abzufedern und ältere Menschen zu entlasten.
Der Chef der Diakonie in Niedersachsen, Hans-Joachim Lenke, hat sich für eine stärkere Steuerfinanzierung der Pflegeversicherung ausgesprochen. „Es braucht mehr Steuergeld im System“, sagte Lenke in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd): „Ich weiß, das hört die Politik nicht gerne, aber ich glaube, dass es nicht anders gehen wird.“ Andernfalls werde die Pflege in Zukunft für Pflegebedürftige kaum noch bezahlbar sein: „Wir sind an einem Kipp-Punkt angekommen.“
Lenke betonte, dass es auch in anderen wichtigen gesellschaftlichen Bereichen einen hohen Investitionsbedarf gebe. Deshalb halte er die Spardiskussion mancher Politiker für falsch. „Wir müssen auf der Haben-Seite mehr Einnahmen generieren, zum Beispiel über eine Erhöhung bei der Vermögens- oder Erbschaftssteuer“, forderte Lenke.
Die Durchschnittsrente der Männer in Niedersachsen liege bei 1.344 Euro. Frauen kämen auf eine durchschnittliche Rente von 741 Euro. „Damit ist klar, was vielen älteren Menschen nach einem Arbeitsleben bevorsteht, nämlich der Antrag auf Sozialleistung“, erklärte Lenke. Der Diakonie-Chef fordert deshalb, die Pflegeversicherung zu einer Versicherung mit begrenztem Eigenanteil umzubauen.
Passend dazu: Regierungsbericht zur Pflege: Die Versicherung wird mehr kosten
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