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Pflegenotstand in Niedersachsen: Die Baby-Boomer hinterlassen eine riesige Personallücke
Der DAK-Pflegereport geht von einer drastischen Verschärfung der angespannten Personalsituation in Niedersachsen in den nächsten Jahren aus. Durch die Rentenabgänge von beruflichen Pflegenden der Boomer-Generation droht die ohnehin sehr dünne Personaldecke abzuschmelzen.
Mehr als jeder Fünfte geht bald in Rente
Rund 110.000 professionell Pflegende arbeiteten 2023 nach Angaben der DAK in Niedersachsen. Davon erreichen 24.000 – also rund 22 Prozent – in den nächsten zehn Jahren das Renteneintrittsalter. Fraglich ist, ob die beruflichen Neuzuänge diese Personallücke auffüllen können.
Hierzu ein Rechenbeispiel: In Niedersachsen haben 2023 insgesamt 5.547 Menschen eine Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann begonnen. Davon schließen im aktuellen Bundesdurchschnitt 61 Prozent die Ausbildung nach drei Jahren erfolgreich ab. Bei etwa gleichbleibenden Verhältnissen wäre jährlich aufgerundet mit etwa 3.400 potenziellen Berufseinsteigern zu rechnen, die in Niedersachsen ihre Ausbildung abschließen.
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Der Überhang an Berufseinsteigern schmilzt ab
Die Zahl der Neuzugänge könnte somit auf der einen Seite also größer sein als die Zahl der Rentenabgänge. Auf der anderen Seite spiegelt dieser Ersatzbedarf nur einen Teil des tatsächlichen Personalbedarfs wider. „Wir schätzen, dass in den nächsten 25 Jahren rund 2,3 Millionen Menschen bundesweit mehr als heute auf pflegerische Unterstützung angewiesen sein werden“, sagt Studienleiter Prof. Dr. Thomas Klie. Gegen diese Dynamiken gebe es trotz guter Ausbildungszahlen keinen Puffer.
Ältere Mitarbeitende fallen häufiger aus
Zusätzlich hinterlässt die große gesundheitliche Belastung des Pflegepersonals laut DAK-Pflegereport deutliche Spuren, insbesondere bei Mitarbeitenden in fortgeschrittenem Alter. Vor allem Erkrankungen des Bewegungsapparates und psychische Belastungen seien ursächlich für durchschnittlich 53 Fehltage von Beschäftigten in Pflegeberufen in Niedersachsen in der Altersgruppe ab 58 Jahren. Damit sind die durchschnittlichen Fehltage in der Pflege deutlich höher als bei allen Berufstätigen dieser Altersgruppe insgesamt (33 Tage).
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