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Pflege studieren: Chancen für die Praxis

Die Akademisierung der Pflege schreitet voran. Ob duales Bachelorstudium oder spezialisierter Master: Hochschulen bieten vielfältige Möglichkeiten zur Weiterqualifizierung – auch ohne Abitur. Pflegekräfte profitieren beruflich wie fachlich. Heike Jurgschat-Geer, Katharina Genz und Prof. Dr. Wolfgang von Gahlen-Hoops geben im aktuellen „Schwerpunkt“ der Fachzeitschrift Altenpflege einen Einblick zur Akademisierung in der Pflege.

Junge Pflegefachpersonen sitzen an einem Tisch
Mit einer Vergütung im Pflegestudium eröffnen sich für viele an Pflegeberufen Interessierte neue Perspektiven. Foto: AdobeStock/Africa Studio

Studieren in der Langzeitpflege

Pflege studieren ist längst etabliert. Bachelor- und Masterabschlüsse qualifizieren für leitende Aufgaben, Forschung und evidenzbasiertes Arbeiten. Hochschulen bieten duale, berufsbegleitende und primärqualifizierende Programme an. Auch ohne Abitur ist der Zugang möglich, wenn Berufserfahrung oder Weiterbildungen vorliegen.

Ein Bachelor umfasst in der Regel 180 Credit Points, ein Master 120 – entsprechend drei bis fünf Jahren Studium. Staatliche Hochschulen erheben meist nur Semesterbeiträge, private bis zu 15 000 Euro. Die Investition lohnt sich: Akademische Bildung erweitert Handlungs- und Entscheidungskompetenzen, stärkt die interprofessionelle Zusammenarbeit und erhöht die Attraktivität des Berufs.

Beispiele für pflegebezogene Studiengänge finden sich an der Katholischen Hochschule Freiburg, der Evangelischen Hochschule Nürnberg oder der OTH Regensburg. Akademisierung ist kein Selbstzweck, sondern Antwort auf komplexe Versorgungslagen und steigende Qualitätsanforderungen.

BAPID II: Kompetenzprofile gezielt nutzen

Wie sich akademische Ausbildung auf die Praxis auswirkt, untersucht das Forschungsprojekt BAPID II. Das vom Deutschen Pflegerat (DPR) beauftragte Projekt „BAPID – Bildungsarchitektur der Pflegeberufe in Deutschland“ an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), beschreibt die Kompetenzprofile akademisch qualifizierter Pflegefachpersonen. Es zeigt auch, wie sie Verantwortung, Qualität und Prozesse in Einrichtungen verbessern können.

Diese Pflegefachkräfte bringen vertiefte Kenntnisse in evidenzbasierter Praxis, Qualitätsmanagement und interprofessioneller Zusammenarbeit ein. Sie koordinieren Abläufe, treffen Entscheidungen auf wissenschaftlicher Grundlage und fördern die kontinuierliche Weiterentwicklung der Pflege.

BAPID II empfiehlt, akademische und berufspraktische Kompetenzen systematisch zu kombinieren. Einrichtungen profitieren von einem klaren Rollenverständnis und einer gezielten Personalentwicklung. Das Projekt belegt, dass akademische Pflegekompetenz kein theoretischer Zusatz ist, sondern praktische Wirkung entfaltet – für bessere Versorgung, mehr Sicherheit und eine zukunftsfähige Pflegepraxis.

Weitere Informationen zur Diskussion finden Sie im aktuellen „Schwerpunkt“ der Fachzeitschrift Altenpflege (11/2025). https://www.altenpflege-online.net/epaper/