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4,9 Prozent: GKV meldet neue Lohnsteigerung in der Pflege

Laut GKV-Spitzenverband verdienen Pflegekräfte im Schnitt mehr, doch höhere Löhne lassen auch die Eigenanteile in Pflegeheimen steigen. Die Branche fordert eine politische Lösung.

Die Geschäftsstelle Tarifliche Entlohnung beim GKV-Spitzenverband ermittelt die regional üblichen Entlohnungsniveaus auf Basis von Tarifverträgen und kirchlichen Arbeitsvertragsrichtlinien. Foto: AdobeStock/StockfotosMG (Symbolbild).

Die Durchschnittslöhne in der Pflege steigen in diesem Jahr erneut an. Nach Berechnungen des GKV-Spitzenverbandes seien die bundesweiten Stundenlöhne in der Langzeitpflege gegenüber dem Vorjahr um 4,9 Prozent auf 23,70 Euro gestiegen, heißt es in einer Verbands-Mitteilung.

Die Entwicklung variiere je nach Bundesland jedoch stark: Während in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen der Anstieg mit 2,7 Prozent bzw. 3,6 Prozent moderat ausfiele, stiegen die Löhne in Berlin, Brandenburg und Sachsen um ca. 8 bis 9 Prozent. Der diesjährige Anstieg des Bundeslandes Bremen mit knapp 15 Prozent vereinige Tarifsteigerung aus den Jahren 2024 und 2025.

„Faire Bezahlung für Pflegekräfte“

Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes: „Pflegekräfte können sich insgesamt darauf verlassen, dass sie fair bezahlt werden, denn auch in diesem Jahr sind die Durchschnittslöhne in der Altenpflege gestiegen. Was gut für die Pflegekräfte ist, hat aber auch eine Kehrseite. Aufgrund des Teilleistungssystems in der Langzeitpflege wirken sich höhere Löhne unmittelbar auf die Eigenanteile aus. Die Eigenanteile steigen seit Jahren ungebremst. In Folge der Lohnanpassungen werden die Eigenanteile der Pflegeheimbewohner erneut deutlich steigen.“

Und weiter: „Die Politik muss endlich Wege aufzeigen, um die steigenden Belastungen wirksam zu begrenzen. Auch die unmittelbare Kopplung aller gezahlten Löhne an die tariflich erzielten Steigerungen sollte in diesem Zusammenhang auf den Prüfstand gestellt werden.“

Geringerer Anstieg als im Vorjahr

Die Geschäftsstelle Tarifliche Entlohnung beim GKV-Spitzenverband ermittelt die regional üblichen Entlohnungsniveaus auf Basis von Tarifverträgen und kirchlichen Arbeitsvertragsrichtlinien. Nicht tarifgebundene Pflegeeinrichtungen müssen seit 2022 die Höhe ihrer Vergütungen auf die jeweiligen regionalen Niveaus anpassen. Die aktuell Werte zeigten zwar mit 4,9 Prozent einen geringeren Anstieg als im Vorjahr (2024: ca. 9 Prozent), liegen laut GKV-Spitzenverband aber über den Anstiegen der Entlohnungsniveaus der Ermittlungsjahre 2022 und 2023 (mit jeweils ca. 2 Prozent).

Nach Schätzung des GKV-Spitzenverbands werden die Lohnsteigerungen die pflegebedingten Eigenanteile in der vollstationären Pflege im Durchschnitt um rund 100 Euro pro Monat ansteigen lassen. Davon übernehme die Soziale Pflegeversicherung zur Entlastung der Pflegebedürftigen im Durchschnitt rund 40 Euro. In der Summe führe dies zu Mehrausgaben der Sozialen Pflegeversicherung von rund 260 Millionen Euro im Jahr.

Löhne der Pflegehilfskräfte steigen noch deutlicher

Betrachte man die einzelnen Beschäftigtengruppen deutschlandweit, so betrügen für Pflegehilfskräfte ohne Ausbildung die neuen Durchschnittslöhne im Schnitt zukünftig 20,26 Euro, heißt es vonseiten des Verbands. Das seien knapp 5,2 Prozent mehr als im Jahr 2024. Pflegeassistenzkräfte, also Hilfskräfte mit mindestens einjähriger Ausbildung, erhielten danach durchschnittlich 22,62 Euro. Das seien circa 5,7 Prozent mehr als bisher. Der neue Durchschnittslohn für Pflegefachkräfte betrage 27,06 Euro, ein Plus von knapp 4,4 Prozent.